Opernloft muss umziehen

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Intendantin Inken Rahardt und Dramaturgin Susann Oberacker Foto: Hanke

Die Preise in der City sind „unerschwinglich“

Neustadt Traurige Nachricht für alle Fans der etwas anderen Opernbearbeitung: das Opernloft, das seit fünf Jahren an der Fuhlentwiete in einer früheren Druckerei des Axel Springer Verlages Opernklassiker und unbekannte Werke kurz, frech und aufs Wesentliche reduziert zeigt, muss zum Ende der Spielzeit 2014/15 ausziehen. Die Zukunft des Mitteltrakts des früheren Springer-Komplexes, in dem sich das Opernloft befindet, ist ungewiss. Doch neue Räume sind trotz monatelanger intensiver Suche noch nicht gefunden. Intendantin Inken Rahardt und Dramaturgin Susann Oberacker sind gerade ziemlich traurig. „Wir hatten einige Räumlichkeiten in Aussicht, mussten uns sogar entscheiden. Aber alle Optionen haben sich zerschlagen. Wir haben gerade einen emotionalen Tiefpunkt“, sagt Susann Oberacker. Das Hauptproblem: die Finanzierung. „Die City ist für uns unerschwinglich“, berichtet Inken Rahardt. Auch Inszenierungen mit minimalem Aufwand an Bühnenbild und Personal, wie hier üblich, sind teuer.

Preise sollen bleiben


Aber die Preise möchte das kleine Theater nicht deutlich erhöhen. Die derzeitigen Räume seien ein Glücksfall: „Der Springer Verlag ist uns sehr entgegengekommen. Wir zahlen hier eine kulturverträgliche Miete“, umschreibt Inken Rahardt die momentane Lage.
Ein weiteres Problem bei der Raumsuche kann die Lautstärke sein. Oper ist nicht leise. „Wir haben zu den Besichtigungen oft ein Klavier mitgebracht. Darauf wurde gespielt und dazu gesungen. Die Vermieter sind durch die angrenzenden Räume gegangen und haben meistens viel zu viel gehört. Da wären Nachbarschaftskonflikte programmiert gewesen“, erzählt die Intendantin. Problem Nummer drei: das Opernloft benötigt Räume mit einer Höhe von mindestens sieben Metern. Vor allem wegen der ansteigenden Tribünen.
Die Kündigung trifft das Theater in einer entscheidenden Wachstumsphase. Der Umzug vor fünf Jahren vom ersten Standort in Eilbek in die City hatte die Plätze auf 195 verdoppelt. Aktuell nutzt das Opernloft rund 600 Quadratmeter Fläche. (ch)
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