Provokante Themen

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Die Intendantin redete Klartext: Karin Beier stört die „political correctness“ Foto: Hanke

Schauspielhaus: Neue Spielzeit

St. Georg Karin Beier redete Klartext. Bei der Präsentation des neuen Spielplans für das Deutsche Schauspielhaus verdeutlichte die Intendantin, was sie gerade stört: „das Herunterbeten des ewig selben Konsenses der Aufklärung“. Nicht dass sie nicht hinter den Werten der europäischen Aufklärung stünde. Aber die „rigiden Denkverbote im Sinne des Humanismus“ seien das Gegenteil von Aufklärung, so die Intendantin.
Eine „Schere im Kopf“ hat sie bemerkt, die sich „verkrampft und hysterisch im Sprachgebrauch“ äußert. „Man hat ständig Angst, in eine falsche Schublade gesteckt zu werden“, so Karin Beier. Es sei aber „für einen Kunstbetrieb wichtig, nicht wiederzukäuen.“
Deshalb gibt es in der nächsten Spielzeit 2015/16 die neue Reihe FAQ-Room, in dem „Frequently Asked Questions“ - dafür steht die Abkürzung FAQ - erörtert werden. Die Inszenierungen „Geächtet“ von Klaus Schumacher (Premiere 16.1.2016) und „Unterwerfung“ von Karin Beier (ab 6.2.2016) gehören zum Beispiel dazu. In „Geächtet“ von Ayad Akhtar streiten kultivierte New Yorker über Islam, Judentum, Ahmadineschad und Netanjahu. In Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ wird Frankreich langsam muslimisiert. Weitere Premieren im Großen Haus sind „Reisende auf einem Bein“ von Herta Müller über die verstörenden Erfahrungen einer Osteuropäerin im Berlin des Jahres 1987 (18.9.), „Die Kassette“ von Carl Sternheim (3.10.), „Die Jungfrau von Orleans“ von Schiller (31.10.), „Schiff der Träume“ nach dem Film von Fellini (5.12.), „Peer Gynt“ von Ibsen (23.3.2016) und „Die Dämonen“ von Dostojewski (22.4.2016).
Im Malersaal wird die Spielzeit mit einem Stück eröffnet, in dem Fontanes „Effi Briest“ in Tschechows „Kirschgarten“ anderen Frauen der Weltliteratur begegnet (19.9.). Es folgen die Puppenshow „Die Antiquiertheit der Menschheit“ (12.12.), „Warten auf die Barbaren“ von J. M. Coetzee (22.1.2016) und „Die disparate Stadt“ über Gegenkultur in Hamburg von Schorsch Kamerun (5.3.2016).
Der Eintritt wird moderat erhöht, insbesondere auf den teuren Plätzen. Die billigen bleiben nahezu unverändert. (ch)
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