Restaurant-Tester im Traumland

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Hoch die Tassen: die beiden Restaurant-Tester (Horst Arenthold, r., Markus Gillich) lassen es schon ´mal krachen. Fotos: Sinje Hasheider

Neue Ohnsorg-Studiobühne: Tragikkomödie „Indien“

St. Georg. Klaus Mansholdt und Stefan Leonhard sind Kollegen. Tag für Tag ziehen sie über Land und testen ein Restaurant nach dem anderen. Sauberkeit der Gaststätte, Qualität der Speisen, Liebenswürdigkeit des Personals – darüber führen die beiden genau Buch. Und langsam, aber sicher kommen sie sich in der Tragikomödie „Indien“ von Josef Hader und Alfred Dorfer näher, mit der das Ohnsorg-Studio, die neue Zweitbühne des beliebten niederdeutschen Theaters am Heidi-Kabel-Platz, kürzlich seine Programmschiene für kleine hintergründige Stücke eröffnete. Mansholdt und Leonhard könnten verschiedener nicht sein, der eine vollschlank, ruhig und von eher einfachem Gemüt, der andere eine richtige Quasselstrippe, halbgebildet und mit großen Träumen.
Von anderen Ländern und Kulturen, auch von Indien, weiß er zu berichten, und nervt seinen Kollegen bis zur körperlichen Auseinandersetzung.
Doch die Berufskollegen, die da ziemlich einsam routiniert ihren Job durchziehen, entwickeln irgendwann eine richtige Männerfreundschaft, die auch in schweren Zeiten Bestand hat.
Das neue Ohnsorg-Studio passt mit rustikalem Gastro-Tresen ideal für das urkomische wie anrührende Stück der beiden österreichischen Kabarettisten Dorfer und Hader rund um die beiden Restaurant-Tester. Da Dieter Schmitt als tumber Wirt mit demonstrativ gelangweilter Gestik in den verschiedenen Wirtshäusern glänzt, die durch Schilderwechsel gekennzeichnet werden, und das Publikum an Tischen und zum Teil auf Bänken sitzt, entsteht schnell der passende Provinz-Gasthaus-Mief. Vor allem aber geben Horst Arenthold und Markus Gillich in den Hauptrollen ein herrlich gegensätzliches Kumpel-Freund-Paar ab. So wird „Indien“, eigentlich in der Ösi-Provinz angesiedelt, auch op Platt in die norddeutsche Tiefebene verlegt, ein großes Vergnügen. (ch)

Vorstellungen noch bis einschließlich Freitag, 5. April, 19.30 Uhr im Ohnsorg Studio. Informationen und Reservierung unter Tel.: 35 08 03 21.
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