Wohin mit dem leblosen Mann?

Anzeige
Schreck beim Schäferstündchen: Senator Willms (Manfred Bettinger, r.) und Inga (Tanja Bahrami) entdecken einen ohnmächtigen Mann (Jens Peter Bose) im HotelzimmerFoto: Jutta Schwöbel
St. Georg. Großartiger Komödienspaß im Ohnsorg Theater! Die niederdeutsche Bühne am Heidi-Kabel-Platz zeigt derzeit die Farce „Allens ut de Reeg“ nach dem britischen Stück „Out of Order“ (Außer Kontrolle) von Ray Cooney, eines der besten Werke dieses Genres. Denn hier wird ein abstruses Lügengebäude bis zum Schluß so konsequent ins Absurde gesteigert, dass der Spaß einfach nicht aufhört, auch weil gegen Ende weitere Personen neue Handlungsstränge eröffnen.
Aber der Reihe nach: der unauffällige Politiker Richard Willms, in der niederdeutschen Version von Arnold Preuß ein Hamburger Senator, trifft sich während einer Sitzung im Rathaus lieber mit seiner Geliebten in einem benachbarten Hotel.
Nach der ersten Freude über das heimliche Téte-a-téte ist der Schreck nach dem Aufziehen der Balkonvorhänge jedoch groß. Vor großartigem Hamburg-Panorama liegt im Fenster eingekeilt ein offenbar lebloser Mann. Nun steht das Paar vor einem Problem: wie den Körper heimlich wegschaffen? Denn niemand darf von dem Zusammentreffen der beiden etwas erfahren. Das Unternehmen wird durch penetrantes Hotelpersonal - Manager und Kellner - erschwert, das ständig an die Tür klopft. Da hilft nur Willms gefügiger Sekretär Sööge, den der Senator zur Unterstützung herbeiholt.
Doch die Pläne des Herrn Senators werden immer wieder durchkreuzt, so dass Willms eine Lüge nach der anderen in die Welt setzen muss, was fatale und einige ganz angenehme Folgen hat. Unter anderem entdeckt der dröge Sööge sein erotisches Talent und Willms Geliebte versöhnt sich mit ihrem Ehemann. Am Ende wartet das Stück nach immer schnelleren Umdrehungen ins Absurde auch noch mit einem gänzlich überraschenden Schluß auf. Das Personal hält locker mit, bietet eine geschlossen gute Ensembleleistung, inklusive kleiner Tänzchen mit „Leiche“. „Allens ut de Reeg“ wird bis zum 11. Januar im Ohnsorg Theater, Heidi-Kabel-Platz 1, gespielt. (ch)

Karten unter Tel.: 35 08 03 21 oder kasse@ohnsorg.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige