60 Stolpersteine glänzen wiederv

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Hiltrud Lünsmann war sofort dabei, als sie von der Putzaktion in St. Georg hörte Foto: Grell
St.Georg. Am vergangenen Sonnabend hat die Geschichtswerkstatt zusammen mit freiwilligen Helfern die Stolpersteine im Bezirk St. Georg geputzt. Von insgesamt 96 Steinen wurden in einer Stunde immerhin 60 Stück geputzt und bei einem weiteren Termin im Mai sollen die restlichen folgen. Eine Aktion gegen das Vergessen, die im Stadtteil sehr positiv beobachtet wurde. „Viele haben uns während der Aktion auf die Stolpersteine angesprochen und auch die Gastwirte hatten dafür gesorgt, dass keine Stühle im Weg stehen“, erzählt Karla Fischer von der Geschichtswerkstatt.
Mit dabei war auch Hiltrud Lünsmann Apothekerin in St. Georg, die beide Stolpersteine vor ihrer Eingangstür gleich persönlich putzte. 2007 hatte sie die Steine mit den Namen Max und Margarethe Wolfssohn selber gestiftet und somit ein Zeichen gesetzt für zwei Menschen, die einst Besitzer dieser Apotheke gewesen waren und 1945 im Konzentrationslager Treblinka ermordet wurden. Nachdem Max Wolfsohn in der Zeit von 1907 bis 1936 Inhaber der Apotheke gewesen war, wurde er zusammen mit seiner Frau 1942 im Zusammenhang mit der Enteignung von jüdischen Apothekern nach Theresienstadt deportiert. Da er bereits 1939 ein Berufsverbot erhalten hatte, verkaufte Max Wolfssohn seine Apotheke.
„Dieses dunkle Kapitel der Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten“, betont Hiltrud Lünsmann. (kg)
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