Alte Foto-Reportagen in Hamburg ausgestellt

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Der Fotograf Robert Lebeck hielt 1961 diese Szene auf den Wasserstraßen Hongkongs fest Repro: sh

„Das engagierte Bild“: Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe

Hamburg. Der „Arabische Frühling“ mit seiner Welle von Protesten und Rebellionen im arabischen Raum seit 2010 wäre nicht denkbar ohne die vielfältige Berichterstattung in allen Medien, ganz besonders aber im Internet. Menschen aller Berufsgruppen griffen zur Kamera und veröffentlichten Fotos und Berichte über die Geschehnisse in ihrem Land – eine neue Entwicklung im Bildjournalismus, der bislang von professionellen Fotografen bestimmt wurde.
Schon seit den Anfängen der Reportagefotografie sind es vor allem die Bilder, die unsere Vorstellung der politischen Vorgänge im Ausland prägen. Umso interessanter ist also, sich die Entwicklung der Bildberichterstattung einmal genauer anzusehen.

Eigenes Medium

Die Ausstellung „Das engagierte Bild. Die Sammlung Fotografie im Kontext“ im Museum für Kunst und Gewerbe zeigt Reportagefotografie aus den 50er- und 60er-Jahren bis hin zu aktuellen Arbeiten über den „Arabischen Frühling“. Die 60er erlebten eine Blütezeit der Reportagefotografie durch neu gegründete Zeitschriften wie „Kristall“, „Quick“ oder „Stern“. In der Ausstellung sind 40 Arbeiten von Jürgen Heinemann, Thomas Hoepker, Robert Lebeck, Ryuichi Hirokawa, Kaku Kurita, Marc Riboud und Max Scheler zu sehen. Besonders Lebecks Bilder vom Leben auf den Straßen und Wasserwegen Hongkongs im Jahr 1961 veranschaulichen, wie die Fotografie sich aus einer eher illustrierenden Funktion löst und zum eigenständigen Medium der Berichterstattung wird. Es sind jetzt die Bilder selbst, die die Geschichten erzählen. Zunächst haben die Fotos eher dokumentarischen Charakter. Sie zeigen das Leben in der Fremde wie ein „Schaufenster“.

Schock-Fotos

Einige Bildjournalisten veröffentlichen schon früh „Schockfotos“ und präsentieren dem Betrachter das Leid in schonungsloser Direktheit, bis hin zu unmittelbarer Zurschaustellung von Gewalt. Andere Fotografen setzten auf „Politik mit der Kamera“, wie beispielsweise Peter Magubane, der als schwarzer Südafrikaner selbst von den Auswirkungen des Apartheid-Regimes betroffen war. Die Ausstellung gibt einen guten Einblick in die verschiedenen Ausdrucksweisen der Fotografen und die historische Entwicklung der Reportagefotografie. (sh)
u bis 18. Januar 2015, Di-So 10 - 18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz. Eintritt: 10, erm. 7 Euro, Kinder bis 17 J. frei
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