Anleitung fürs Pflegen

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In Basiskursen vermittelt Pflegetrainerin Ria Gausling (l.) Tricks und Tipps für den alltäglichen Umgang mit Pflegebedürftigen - dabei dürfen die Teilnehmer auch mal in einem Pflegebett Probe liegen
 
Katrin Matthaei, Care- und Casemanagerin der Asklepios-Klinik St. Georg

Kostenlose Kurse in St. Georg helfen. Was sich demnächst ändert

Von Claudia Blume
Hamburg. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland wird immer größer. Von derzeit etwa 2,4 Millionen werden 68 Prozent in der häuslichen Umgebung versorgt, 46 Prozent allein von Familien. Bis 2020 erhöht sich die Anzahl Pflegebedürftiger auf 2,9 Millionen, für 2050 werden sogar 4,5 Millionen erwartet. Das hohe Engagement innerhalb der Familie bei der Versorgung alter, hilfsbedürftiger Angehöriger wird immer wichtiger (siehe Artikel rechts). Die Politik stärkt die häusliche Pflege – doch sie setzt auch darauf.
Doch kaum eine Familie weiß, was mit der Übernahme der Versorgung und Pflege auf sie zukommt und wie sich der Alltag entwickelt. Unterstützung ist nötig, das haben auch viele Krankenhäuser erkannt. So bietet in Hamburg die Asklepios Klinik St. Georg kostenlose Kurse und Schulungen für Angehörige und alle Pflegeinteressierten an.
„Wird der Partner oder ein Familienmitglied plötzlich zum Pflegefall, sind viele Angehörige zunächst mit der neuen Lebenssituation überfordert“, sagt Katrin Matthaei, Case- und Caremanagerin. „Zwar organisieren und koordinieren wir für die Zeit nach der Entlassung Dienstleistungen und Hilfestellungen in Zusammenarbeit mit Patient und Angehörigen, doch wichtig ist, Anleitungen für den weiteren Umgang zu Hause zu vermitteln.“ Und das beginnt bereits in der Klinik. „Beim Individualpflegekursus führen wir praktische Übungen bereits direkt am Patientenbett durch“, erläutert Pflegetrainerin Ria Gausling. „Zum Beispiel lernt die Tochter, wie sie ihren Vater kräfteschonend und patientengerecht vom Bett in den Sessel setzt, wie sie mit wenigen Handgriffen das Bett neu bezieht oder Inkontinenzprodukte verwendet. Die Übungen vermitteln beiden – Pflegenden und Patienten – Sicherheit und stabilisieren die familiäre Pflege von Beginn an. Das hat oberste Priorität, denn Deutschlands wichtigste Pflegedienst sind die An- und Zugehörigen.“
Darüber hinaus kommen die Pflegetrainer bis zu sechs Wochen nach Entlassung nach Hause und führen bedarfsgerechte Übungen zur täglichen Versorgung unter fachlicher Anleitung in vertrauter Atmosphäre durch. „Gerne bieten wir auch Familiengespräche an, in denen meist offener über Erwartungen und Probleme im Umgang mit der neuen, auch seelisch belastenden, Lebenssituation gesprochen werden kann. Denn Pflege ist sehr intim. Wichtig ist zu wissen, wie viel Nähe lasse ich zu und was kann ich leisten?“, sagt Katrin Matthaei.
Ein weiteres Angebot der Asklepios Klinik St. Georg sind Basiskurse, an denen jeder Interessierte teilnehmen kann. „Viele jüngere Menschen machen sich Gedanken über die Alterspflege ihrer Eltern, obwohl die noch flott in der Weltgeschichte herumreisen“, weiß Ria Gausling. Sich jetzt schon pflegerisches Grundwissen anzueignen, Wünsche und Erfahrungen mit anderen auszutauschen, sei enorm bereichernd. In drei Einheiten lernen bis zu neun Teilnehmer nicht nur wichtige Handgriffe und den Umgang mit Hilfsmitteln, sondern auch neu Perspektiven kennenlernen und schlüpfen für Momente in die Rolle des Gepflegten. Wie fühlt es sich an im Pflegebett zu liegen? Hätte ich Vertrauen zu demjenigen, der mich umsorgt? Erfahrungen, die später im Umgang zählen.In speziellen Demenzkursen lernen Interessierte zudem die vielschichtigen Krankheitsbilder kennen als auch den selbstbewussten Umgang mit Betroffenen.

Alle Kurse finden nach Absprache in der Asklepios Klinik St. Georg statt.
Weitere Informationen gibt es unter Tel.: 040/18 18 85 23 33 und
Tel.: 040/18 18 85 23 12
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