Anwohner wollen helfen

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Auf dem Gelände der Hamburg Messe in der größten Halle B6 sind momentan 1.200 Flüchtlinge untergebracht Foto: Messe Hamburg

Flüchtlinge bis Oktober auf dem Messegelände. Zukunft unklar

Von Dagmar Gehm
Neustadt/St. Pauli
Sie kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Eritrea, dem Iran und dem Irak und vom Westbalkan. Rund 1.200 Flüchtlinge werden seit dem 6. August bis Ende September kurzfristig auf dem Gelände der Hamburg Messe untergebracht. Provisorisch Platz geschaffen wurde in der mit 13.000 qm größten Halle B6. Am Montagabend wurden die Anwohner durch Behördenvertreter sowie den städtischen Betrieb fördern & wohnen informiert.
Viele Anwohner aus dem Karoviertel waren gekommen, Hilfsangebote wurden vorgetragen: „Flüchtlinge willkommen!“ lautete die Botschaft der Gruppe „Refugee Welcome St. Pauli Nord & rundum“. Sie fordern unter anderem die sofortige Umwandlung von Leerstand aller Art in Wohnungen für Flüchtlinge, Zugang zum regulären Arbeitsmarkt, zur gesetzlichen Krankenkasse, zu Bildung und kostenlosen Sprachkursen.
Immerhin sei für die Wahrung einer gewissen Privatsphäre in der Messehalle gesorgt, erklärt Melanie Anger, Abteilungsleiterin Zentrale Erstaufnahmen (ZEA) bei fördern & wohnen. Alleinreisende Männer und Frauen sowie Familien würden streng voneinander getrennt. Um ihren Schutz kümmern sich ein 24-Stunden-Sicherheitsdienst und die Polizei.
Ärzte, die ihre eigenen Dolmetscher mitbringen, halten Sprechstunden ab, nehmen Untersuchungen und Impfungen vor. Ein zwölfköpfiges Welcome Team von fördern & wohnen hält sich ständig in der Messehalle auf. Doch vieles liegt noch im Argen. So dauert es Wochen, bis die Flüchtlinge das erste Taschengeld erhalten. Es fehlt an Kleidung, vor allem Unterwäsche, an ausreichend sanitären Anlagen ohnehin.
„Wohin es mit den Flüchtlingen ab Ende September geht, weiß niemand“, bedauert Johanna Westphalen, Leiterin des Einwohnerzentralamtes bei der Innenbehörde. Denn dann werden die Messehallen wieder für Ausstellungen wie die World Publishing Expo 2015 oder die Hanseboot benötigt. „Es wird aber mit Hochdruck daran gearbeitet, neue Unterkünfte herzurichten.“

Weitere Infos: www.hamburg.de/hh-hilft/
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