Auf dem Sprung sein

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Felix Bornemann (25) von „Die Halle“ hüpft locker über ein Hindernis. Man sagt, er habe Sprungfedern in den Gelenken Foto: Schmidt
 
Parkour, das ist auch was für Kinder. Die Trainer von „Die Halle“ sind sozial-pädagogisch ausgebildet und kennen die coolsten Tricks und Moves Foto: Schmidt

Im Oberhafen neue Trend-Sportart Parkour lernen

Von Sonja Schmidt
HafenCity
Das Kreativ- und Kulturquartier Oberhafen ist auf dem Sprung. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der gemeinnützige Verein Parkour Creation e.V. bietet bis zum 3. Juli zahlreiche Workshops und freie Trainingssessions in der Trendsportart „Parkour“ an. Nur mit der Kraft des eigenen Körpers und ohne Hilfsmittel geschmeidig wie im Flug über Hindernisse springen. Vorwärts, rückwärts, im Salto über Matten, von Reckstange zu Reckstange. Und das ganz ohne Wettkampfdruck. In einer großen Lagerhalle in der Stockmeyerstraße dreht sich zwei Monate lang alles um die Kunst der Geschicklichkeit. Erlaubt ist, was Spaß macht. Unter Anleitung von Profis lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Grundkenntnisse und Techniken des variantenreichen Outdoor-Sports. Fortschritte sind schnell gemacht, erklärt Organisator Sebastian Ploog. Weil es beim Parkour weder Regeln noch Gegner gibt. Und weil sich jeder ganz individuell ausprobieren darf. Die größte Hürde bei der aus Frankreich stammenden Sportart ist allein die eigene Psyche. Um ein sogenannter guter Traceur zu werden, muss man nicht nur fit sein, sondern „man muss auch lernen, die Angst im eigenen Kopf zu überwinden“, erklärt der 30-Jährige. Er ist ein lässiger Typ in weiter Sporthose und Kapuzenpulli. So wie sein Vereinskollege, der 25-jährige Felix Bornemann, der neben ihm auf dem selbstgebauten Kasten sitzt und seine durchtrainierten Beine baumeln lässt. Beim Parkour testen die Freunde gern ihre Grenzen aus, getreu dem Motto: Mauern werden zu Möglichkeiten. „Das kann man auch auf das eigene Leben projizieren. Irgendwo gibt es ja immer eine Hürde, die man überwinden muss“, so Ploog. Wer erleben will, was in ihm steckt, ist deshalb beim Parkour genau richtig. Auch Schulklassen und Jugendgruppen oder Kinder die ihren Geburtstag auf der Parkour-Spielwiese im Oberhafen feiern wollen, sind in den Workshop- und Trainingswochen willkommen. Außerdem gibt es dabei von Calisthenics, über Yoga bis hin zu Capoeira viel weiteres zu entdecken. Längst hat sich rumgesprochen, dass südlich des Hamburger Großmarkts ein paar engagierte Parkour-Sportler am Werk sind. Mit den Kurswochen während des „Pre-Opening“ im Mai und Juni haben sie die letzte große Testphase gestartet, bevor frühestens Ende des Jahres „Die Halle“ eröffnet werden soll. Hamburgs erster Indoor-Parkour-Park wird eine auf Dauer angelegte, wind- und wetterfeste Anlaufstelle für die lokale Parkour-Szene. Der Bauantrag ist genehmigt. Nun geht es um den finalen Ausbau der Halle. Die Finanzierung läuft größtenteils über Fördergelder und Spenden, gestaltet sich jedoch zäh. „Wir freuen uns über die vielen Partner, Unterstützer und Stiftungen. Aber wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass Gelder für kurzzeitig angelegte Projekte viel schneller fließen. Das ist einerseits schön, weil wir viele Projekte machen können. Aber davon können wir nicht die Halle bauen“, so Ploog. „Die Halle“ solle ein Ort werden, an dem zum Beispiel auch mehrere Flüchtlingsprojekte im Jahr stattfinden könnten. Oder eins, das dauerhaft läuft. Bis zur Eröffnung will der Verein die Pre-Opening-Phase nutzen, um den Trendsport Parkours in Hamburg weiter zu etablieren. Ploog: „Wir wollen zeigen, dass unsere Idee funktioniert.“ Und ganz egal ob Arzt, Student oder Anwalt – „im Parkour-Sport herrscht ein großes Miteinander.“ (sos)

Weitere Infos: www.diehalle.hamburg
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