B20 schließt zum Monatsende

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Dirk Fichter ist für die Zeit, in der er hier arbeiten konnte dankbar. Noch hofft er auf ein neues Angebot um weiterzumachen. Leerstand gäbe es in der Stadt genug Foto: wb

Nach Anwohnerbeschwerden und Bußgeld-Androhung müssen Nutzer raus

St. Georg Bisher hatte Mathias Krahl von der Fährhaus Investment Group einer Gruppe junger Künstler ein leer stehendes Gebäude in der Brennerstraße 20 kostenlos zur Verfügung gestellt.
Damit soll jetzt Schluss sein. Der Vertrag wurde zum Monatsende gekündigt. Die Benutzer müssen das Haus verlassen. Zurzeit befinden sich im „B20“, in dem sich der Verein „NutztRaum“ gegründet hat, sowohl der TauschRausch-Laden und eine alternative Fahrradwerkstatt, als auch ein Jugendtreff für alle jungen Menschen, die im Stadtteil ins Gespräch kommen wollen.
Aber: „Es lagen Beschwerden von Nachbarn wegen Lärmbelästigung und Müllansammlungen am Gebäude vor“, sagt Sorina Weiland vom Bezirksamt Mitte. „Vom Bezirksamt Mitte wurde uns zuletzt sogar ein Bußgeld angedroht, weil es immer wieder zur Eskalation kam“, so Mathias Krahl.

„Die Beschwerden der Nachbarn lagen aufgrund von Lärmbelästigung und Müllansammlungen am Gebäude vor“ Sorina Weiland, Bezirksamt

Nach nunmehr drei Jahren B20 Nutzung, die mit beträchtlichem Aufwand initiiert und unterstützt worden sei, so Krahl, stehen die Künstler auf der Straße. Für die im B20 Haus untergekommenen St. Georger, wie Difis Fahrradwerkstatt, und Ellas Tauschladen eine Tragödie.
Da Gewerberaum im Stadtteil rar ist, wissen weder Dirk Fichter noch Ella von Stromberg wohin mit ihrem Geschäft und den vielen Waren, die hier noch gelagert sind. „Es wäre toll“, hofft Dirk Fichter, „wenn uns jemand eine neue Lösung anbieten könnte.“
Der Initiator der alternativen Fahrradwerkstatt ist trotz der überraschenden Kündigung dankbar für die Zeit, die er hier arbeiten konnte: „Wir wollen auch mal Danke sagen.“
Einfach sei die Lage im B 20 nicht immer gewesen, hatte Mathias Krahl bereits vor über einem Jahr betont, als es zu Beschwerden der Nachbarn aufgrund der Unterbringung von Flüchtlingen im Gebäude gekommen war.
Da sich die Nutzer des Gebäudes auch untereinander nicht immer einig waren, gehen die Beschwerden der Nachbarn, die vermutlich nur eine kleine Gruppe der B-20-Nutzer betrifft, jetzt zu Lasten aller.
„Wir werden auf jedem Fall mit unseren sozial orientierten Projekten hier weitermachen“, so Dirk Fichter, „nur wo, das wissen wir leider noch nicht“. (kg)
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