Bau von Fischtreppen

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Es gibt noch viel zu tun: Projekt-Team „Lebendige Alster“ Dr. Christian Gerbich, Eike Schilling und Karsten Borggräfe (v. li.).

Freie Bahn für Fische zwischen Elbe und Alster

Alster. Fische sollen wieder zwischen Alster und Elbe wandern, so ihre Laichgebiete in den Oberläufen der Gewässer erreichen können. Das heißt: Freie Bahn für heimische Fischarten wie Aal, Brasse, Stichling, Hecht, Moderlieschen, Rotauge oder Ukelei.

In der vergangenen Woche stellte die Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung (BSU) dazu den Bau von zwei neuen Fischwanderhilfen vor: Vorgesehen an der Rathausschleuse und an der Mühlenschleuse am Nikolaifleet. Der Umbau startet im Dezember und soll im Frühjahr 2013 fertiggestellt sein. Gesamtkosten: 1,3 Millionen Euro. EU-Fördermittel werden beantragt. Schon seit Ende 2010 verpflichtet die europäische Wasserrahmenrichtlinie alle EU-Länder dazu, ihre Gewässer in einen besseren ökologischen Zustand zu bringen. Die Richtlinie betrifft auch Hamburgs Gewässer. Über viele Jahrzehnte kanalisiert und mit Schleusen versehen, schnitten sie bis jetzt wandernde Fischarten von ihren Laichplätzen im Gewässersystem der Alster ab.
Gutes Potential
BSU-Chefin Jutta Blankau dazu: „Gutes ökologisches Potential für Alster und Elbe: Das bedeutet mehr als sauberes Wasser.“ Die Wasserqualität habe sich dank moderner Kläranlagen und zahlreicher Umweltschutzmaßnahmen so weit erholt, dass ortstypische Fische darin leben könnten. Jetzt gelte es, den Artenreichtum wieder herzustellen. „Die neuen Fischtreppen sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.“ so die Senatorin. Auch beim Umbau der Fuhlsbütteler Schleuse seit April 2011 ist der Einbau eines „Mäanderfischpasses“ vorgesehen.
„Es gibt noch viel zu tun“
Die drei Naturschutzverbände BUND Hamburg, NABU Hamburg und Aktion Fischotterschutz, die sich im Aktionsbündnis „Lebendige Alster“ für die naturnahe Entwicklung der Alster und ihrer Nebengewässer einsetzen, begrüßen zwar die geplanten Baumaßnahmen. Auf dem Weg zu einer „Lebendigen Alster“ bleibe allerdings noch viel mehr zu tun: Weitere Schleusen und Wehre müssten in den nächsten Jahren durchgängig gestaltet werden, um auch der Meerforelle Zugang zu ihren Laichplätzen im Alstergebiet zu verschaffen. Ebenso müssten die Gewässer rund um die Alster weiter renaturiert werrden. Info: www.lebendigealster.de (wh)
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