Baustelle St. Nikolai

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Das Gerüst am Turm von St. Nikolai schützt vor Steinschlag.Fotos: Hörmann

Dokumentationszentrum ab September geöffnet

City. Im Kellergewölbe unter dem Mahnmal St. Nikolai wird fleißig gebaut. Am 1. September soll das neue Museum in der Krypta der Kirchenruine fertig sein. Auf insgesamt 600 Quadratmetern Fläche entsteht ein modernes Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung über die Geschichte der Kirche und die Zerstörungen Hamburgs im Zweiten Weltkrieg durch die „Operation Gomorrha“. Bereits seit 1998 gab es eine kleine Dauerausstellung über den Bombenkrieg in St. Nikolai. „Aber die Ausstellung war in die Jahre gekommen“, sagt Klaus Francke vom Förderkreis Mahnmal St. Nikolai, „sie zeigte auch nur, was damals kaputt gegangen war und nicht die historischen Zusammenhänge.“
Hamburger Geschichte
Das neue Dokumentationszentrum bietet Raum für deutlich mehr Exponate, die Ausstellung soll in vier Themenbereiche untergliedert werden: Der erste Teil beschreibt die Geschichte der ehemaligen Hauptkirche St. Nikolai von ihrer Gründung bis zu ihrer heutigen Funktion als Ort des Gedenkens. Der zweite Abschnitt widmet sich Hamburg in der Zeit vor den massiven Luftangriffen 1933 bis 1943. Der Hauptraum wird sich auf die Operation Gomorrha und ihre Folgen konzentrieren. Der letzte Abschnitt behandelt die Erinnerung der traumatischen Ereignisse durch Zeitzeugen und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Feuersturm. Eine Extra-Ausstellung über die Zerstörung Warschaus, ein Geschenk der polnischen Regierung, wird wieder in die Ausstellung integriert. Die Präsentation soll sich in die historische Umgebung einpassen. Durch den Umbau werden ein Teil eines historischen Weinkellers und der Kohlenkeller der Kirche in die Museumsfläche integriert. Das alte Mauerwerk bleibt erhalten und einige alte Weinfässer sind auch noch zu sehen. Ein besonderes Gestaltungselement ist der Einsatz von Corten Stahl. „Dieser Stahl sieht alt und verrostet aus, ist aber tatsächlich neu und stabil“, erklärt Kristine Goddemeyer vom Förderkreis Mahnmal St. Nikolai. 1,2 Millionen Euro steuern Senat und Bürgerschaft für den Bau des neuen Museums bei, dazu kommen viele private Spenden. Die Finanzierung des Museums ist gesichert, doch der Löwenanteil des Finanzbedarfs für St. Nikolai muss noch aufgebracht werden: 12 bis 14 Millionen Euro wird die Sanierung des Turms kosten, der seit einem Steinschlag im Jahre 2011 eingerüstet ist. Die Stadt bemüht sich um Bundesmittel. (sh)
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