Benachteiligten Schülern helfen

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Torben Schnick geht noch einmal zur Schule: als Vollzeit-Chancenbauer Foto: Haas

Projekt „Teach first“: Torben Schnick im Vollzeit-Einsatz für Kinder und Jugendliche

St. Georg Torben Schnick geht wieder zur Schule. Als Vollzeit-Chancenbauer für Kids ist er zwei Jahre lang tätig in der Stadtteilschule Hamburg-Mitte am Lohmühlenpark. „Ich will meine Privilegien an Menschen zurückgeben, die nicht in der Erdbeerwelt aufwachsen konnten wie ich“, sagt der Akademiker, der sein Studium der Politikwissenschaften mit einem Master abschloss. Sein Schwerpunkt sei eigentlich Entwicklungszusammenarbeit: Mit der Welthungerhilfe war er schon vier Monate lang im Einsatz auf Sri Lanka.

Herausforderung


Doch seit über einem Jahr stellt er sich neuen Herausforderungen. Seinen Schwerpunkt könne er dabei auch hier verfolgen. Denn „seine“ Stadtteilschule sei international besetzt, 95 Prozent der Kinder stammen von Migranten. Als „Fellow“ der Bildungsinitiative „Teach First“ macht sich Torben Schnick stark für mehr Chancengerechtigkeit – und zwar auf ganz praktische Art. Begonnen hat er in einer 8. Klasse, in der die Vorbereitung auf den Schulabschluss ansteht. Der Team-Teacher und Co-Tutor gibt keine Noten, unterstützt die Lehrer in allen Kernfächern und kümmert sich zudem um einzelne Schüler, die großen Nachholbedarf haben. „Wobei es immer gilt, eine Sonderbehandlung zu vermeiden“, betont er. Das große Problem seiner Arbeit sei, dass schwache Schüler oft aufgegeben haben, an sich zu glauben. Sechs Schüler hatten es schon schriftlich: Ihr Schulabschluss sei gefährdet. Und das gehe oft einher mit einer mangelnden Selbsteinschätzung. Dagegen helfe seine Ermutigung. In Einzelgesprächen entwickelt Torben Schnick mit den Kids eine Zukunftsperspektive und zeigt ihnen immer wieder die Fortschritte ihrer persönlichen Entwicklung auf.

Ziel: Schulabschluss


„Die Früchte meiner Arbeit sind zwar schon sichtbar“, freut sich der praktisch engagierte Politikwissenschaftler. „Endgültig zeigt sich der Erfolg aber erst am gelingenden Schulabschluss oder mit der Empfehlung fürs Gymnasium.“ Also bleiben ihm noch tägliche Herausforderungen. Hilfreich sei dafür die gute Stimmung an der Schule. Persönliche Zukunftsvisionen werden durch sein Engagement für die Kids schon konkreter: „Jetzt kann ich mir gut vorstellen, in einer Schule zu arbeiten – oder mit Jugendlichen im Bildungsbereich“, deutet er an. Mit Torben Schnick leisten insgesamt 36 „Fellows“ aktuell ihren Vollzeiteinsatz an 26 Hamburger Schulen. Sie kommen mit neuen Impulsen und widmen sich Kindern und Jugendlichen mit der Extra-Portion Zeit, die im Schulalltag oft fehlt. Seit 2009 waren über 100 Hochschulabsolventen an 44 Schulen tätig. (wh)

Weitere Infos:www.teachfirst.de
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