Bewegende Begegnung

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Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt und Hans Simon Hirschfeld enthüllten die Stolpersteine für die Ermordeten Benno und Kurt Manfred Hirschfeld Fotos: Hanke

„Stolpersteine“ für jüdische Familie Hirschfeld

Von Christian Hanke
City. Stolperstein-Verlegung vor dem früheren Konfektionshaus Hirschfeld am Neuen Wall 19. Mit dabei war auch Gunter Demnig, der Begründer der Stolperstein-Aktion. Er verlegt die typischen kleinen Quader vor den Häusern, in denen Nazi-Opfer wohnten, mit deren Lebensdaten. Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt hielt eine Ansprache im Gedenken an Benno und Kurt Manfred Hirschfeld, den Inhaber des renommierten Konfektionshauses und seinen Sohn. Beide wurden in Konzentrationslagern der Nazis als jüdische Deutsche ermordet. Kurz nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 war das Modehaus Hirschfeld „arisiert“ worden. Der erste Prokurist der Hirschfelds, Franz Fahning, erwarb das Geschäft zu einem Spottpreis, führte es bis 1991. Benno Hirschfelds zweiter Sohn Hans, der das „Dritte Reich“ als kriegswichtiger Techniker überlebte, musste nach dem Krieg mit Fahning zusammenarbeiten. Dieser hatte die Hälfte des Grundstücks von den nach Südamerika geflüchteten Nachkommen von Benno Hirschfelds Bruder erworben.
Der 93-jährige Hans Simon Hirschfeld wohnte der Stolpersteinverlegung bei. „Wir liebten Hamburg. Wir hatten 308 Angestellte, waren wie eine große Familie. 1930 hat mein Vater die erste Beleuchtung des Neuen Walls initiiert mit dem Slogan: Von überall zum Neuen Wall“, erzählte Hans Hirschfeld. Über seinen Vater Benno berichtete er: „Er war ein ehrbarer Kaufmann, Westpreuße und Patriot. Er war der Motor der Firma, hat sie groß gemacht.“ Benno Hirschfeld wurde am 10. April 1945 im KZ Buchenwald ermordet, sein Sohn Kurt Manfred am 28. Januar 1945 im KZ Neuengamme erschlagen. Senatorin Stapelfeldt: „Die Trauer hört nie auf, die Stolpersteine werden bleiben.“
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