Bezirk Mitte soll Graffito von „Banksy“ schützen

Anzeige
Das Graffito wurde durch die blaue Farbe beschädigt – trotz Schutzplatte. Mittlerweile ist es unter einer Holzverkleidung verborgen Foto: fbt

Antrag: Streetart von Kult-Künstler in der Steinwegpassage retten – letztes erhaltenes Werk in Deutschland

Von Frank Berno Timm
Neustadt
In der Bezirksversammlung Mitte gibt es eine Initiative, das Schablonen-Graffito des britischen Künstlers Banksy an einem der Betonpfeiler zu retten. Derzeit ist es mit Holz vor weiteren Schäden geschützt. Gastwirt Seyit Öczan sagt unmissverständlich: „Die Leute kommen deswegen hierher“. Gegenüber seinem Lokal in der Steinwegpassage hatte „Banksy“, ein britischer Künstler, 2002 im Rahmen eines Festivals auf einem Betonpfeiler ein Schablonen-Graffito hinterlassen, den „Bomb-Hugger“, ein Mädchen, das eine Bombe umarmt.
Damals, heißt es jetzt in einer Drucksache für den Kulturausschuss der Bezirksversammlung Mitte, habe der weltweit bekannte Sprayer noch zwei weitere Kunstwerke in Hamburg gesprüht – nur dieses blieb erhalten. Öczan ist strikt dagegen, dass es entfernt wird: Er lebe davon, sagt der Wirt. Es sei mal die Rede davon gewesen, dass der „Bomb Hugger“ in die Hafencity verlegt werden solle: „Das geht gar nicht!“

Vernagelte Kunst


Derzeit ist die Kunst mit Brettern vernagelt. Unbekannte hatten vor einem Jahr fehlerhaft „Grafitti“ über das Kunstwerk gesprüht, Farbe lief unter die Acrylglasscheibe, die 2011 zum Schutz von der Spiegelberger-Stiftung angebracht worden war. Bis Anfang 2015 war der Banksy zu sehen. Der Künstler gilt vor allem unter jungen Leuten als Berühmtheit. Marlen Mose von der Spiegelberger-Stiftung bestätigt, dass für seine Werke schon mal fünfstellige Beträge bezahlt werden: „Das Kunstwerk in der Steinwegpassage ist das letzte in Deutschland.“
Warum ist Banksys Arbeit Kunst, während Sprayer wie Oz (†) bestraft wurden?
Mose findet, Oz habe immer nur sein Signet verwendet, das sei nicht besonders kreativ. Banksy hingegen mache in seinen Arbeiten auf politische Zusammenhänge aufmerksam, „das ist bei Oz nicht der Fall“. Der Brite, laut der Website einer Hamburger Galerie heißt er Robert Banks, kombiniere Themen, die eigentlich nicht zusammenhängen. In der Drucksache für den Kulturausschuss wird die „schnellstmögliche“ Restaurierung des Banksy-Kunstwerks gefordert. Es soll in der Neustadt bleiben und wirksam geschützt werden. Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland geht davon aus, dass sich Bezirksamtsleiter Andy Grote für die Erhaltung des Kunstwerks einsetzen wird. Die SAGA als Hauseigentümerin teilte auf Anfrage mit, es sei vorgesehen, „die Zeichnung soweit wie möglich von den Farb-Verschmutzungen zu befreien. Danach wird die Stiftung einen geschlossenen Acryl-Rahmen anbringen, um die Kunst vor weiteren Schäden zu schützen“.

Weitere Infos zum Künstler: Banksy
Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
45
Marco Alexander Hosemann aus Winterhude | 20.01.2016 | 00:17  
400
Rainer Stelling aus St. Georg | 22.01.2016 | 00:05  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige