Binnenalster unter Denkmalschutz

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Der ehemalige Blindenpark ist kein schöner Ort mehr, um sich hier aufzuhalten Foto: Grell

Das neue Gesetz berücksichtigt auch Wasserflächen

City/St. Georg. Auch eine Wasserfläche kann unter Denkmalschutz stehen. Wie demnächst die Binnenalster. Dies ist eine Folge des neuen Denkmalschutzgesetzes, das der Senat kürzlich beschlossen hat und das vermutlich am 1. Mai in Kraft treten wird.
Durch diese Gesetzesänderung genießen nun alle Denkmäler, auch die, die bislang nur als Denkmäler erkannt und noch nicht unter Schutz gestellt worden waren, Denkmalschutz. Zu den 1900 unter Denkmalschutz stehenden Objekten gesellen sich die 3000 bislang nur erkannten Denkmäler hinzu, unter anderen die 20 Gebäude in der Esplanade, darunter schöne Wohnhäuser aus dem Jahre 1830, aber auch das BAT- und das Finnlandhochhaus. Die Eigentümer der neuen 3000 unter Schutz stehenden Objekte müssen künftig wie die übrigen Besitzer von schutzwürdigen Gebäuden alle baulichen Änderungen, die sie an ihrem Besitz vornehmen wollen, genehmigen lassen. Bislang brauchten sie diese Vorhaben nur vier Wochen vor Baubeginn anzeigen.
Damit folgt Hamburg einer Vereinheitlichung des Denkmalschutzes, die bereits in zwölf Bundesländern Gesetz ist. Das Denkmalschutzamt und die Kultursenatorin sind begeistert. „Ziel des neuen Gesetzes ist es, den schützenswerten Bestand an historischen Gebäuden und Ensmbles in Hamburg besser zu sichern und zugleich klare und transparente Regelungen für private Eigentümer und Investoren zu schaffen.
Nach intensiven Beratungen ist es uns gelungen, einen guten Weg zu finden, der sowohl den Denkmalschutz stärkt, als auch die Interessen der Eigentümer berücksichtigt“, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler über das neue Denkmalschutzgesetz.
Der Hamburger Grundeigentümer-Verband ist nicht so begeistert. „Wir haben rechtsstaatliche Bedenken. Die Stadt kann nicht einfach durch ein Gesetz Gebäude unter Denkmalschutz stellen.
Bislang wurden die Eigentümer miteinbezogen, wenn Objekte unter Denkmalschutz gestellt wurden. Jetzt müssen sie vor dem Verwaltungsgericht klagen, wenn sie es nicht wollen“, beanstandet Heinrich Stüven, der Vorsitzende der Grundeigentümer-Verbandes. (ch)
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