Brache mitten in der City

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Hier sollte mal der „Hanse Cube“ entstehen. Das Bauvorhaben ist gescheitert.Fotos: Teuber

Eine Baubrache droht zum Politikum zu werden

Von Fabian Teuber
St. Georg. Vor fast sieben Jahren wurde an der Adenauerallee ein Häuserkomplex abgerissen, dort sollte bis 2010 ein Bürohochhaus entstehen. Unter dem klangvollen Namen „Hanse Cube“ war ein 13-stöckiges Gebäude mit 20.000 Quadratmetern Bürofläche geplant. Tatsächlich existiert bis heute nur eine riesige Baugrube. Das Projekt Hanse Cube ist mittlerweile endgültig gestorben. Nun werden neue Pläne diskutiert.
An das gescheiterte Bauvorhaben erinnert heute neben dem Architektenbild auf dem Bauschild nur noch ein übermannshoher Bretterzaun. Die Baugenehmigung ist erloschen, das Projekt konnte „wegen der noch immer andauernden Nachfrageschwäche auf dem Hamburger Büromarkt nicht realisiert werden“, so Ralf Beunink von der Patrizia AG. Zudem waren dem Augsburger Unternehmen im Zuge der Wirtschaftskrise wohl Investoren abgesprungen.
An der Baubrache stören sich Anwohner, Ladenbesitzer und die Politik gleichermaßen.
Dem GAL-Bürgerschaftsabgeordneten Farid Müller ist der „Schandfleck“ ein Dorn im Auge. Zudem fürchtet er Pläne für Luxusbebauung: „Was ich mir sehr dringend wünsche, ist bezahlbarer Wohnraum“. In der aktuellen Wohnungsmarktsituation sei es auch nicht hinnehmbar, dass Bauland in solch guter, zentraler Lage ungenutzt bleibt. Wenn auf der Fläche in diesem Jahr nicht endlich etwas geschehe, sagt Müller, solle die Stadt das Grundstück kaufen und für eine Bebauung sorgen.
Ewiges Ärgernis
Für Anwohner und Ladenbesitzer ist vor allem der hässliche Bretterzaun ein Ärgernis. „Schön ist das nicht“ meint Dirk Becker von der „Kaffeewelt“. Zwischenzeitlich wurde ein Teil des Zauns um einige Meter nach hinten versetzt, die angrenzenden Straßen sind wieder besser erreichbar geworden. Doch insbesondere der Kreuzungsbereich an der Böckmannstraße ist für Fußgänger eine gefährliche Ecke, weiß Anke Straßburg.
Von ihrem Geschäft aus kann sie fast täglich brenzlige Situationen beobachten. Das Problem: „Es gibt keinen richtigen Gehweg und die Straße ist schlecht beleuchtet“. Pläne für Hotel und Wohnungen, aber wenig Konkretes.
Mittlerweile hat die Patrizia AG neue Ideen: 100 Wohnungen und ein Hotel mit 280 Zimmern sollen gebaut werden. Noch sei man auf der Suche nach einem passenden Betreiber für das Hotel, man verhandele aber bereits mit mehreren Interessenten. Beunink zeigt sich zuversichtlich, dass bis zum Frühsommer die Verhandlungen abgeschlossen seien - und „sobald eine Baugenehmigung vorliegt, wird mit dem Bau begonnen“.
Es scheint also keineswegs sicher was und wann hier gebaut wird. Ein Hotel könnte den Geschäften einen Zuwachs an Laufkundschaft bringen. Für jeden, der eine günstige Wohnung in zentraler Lage sucht, wäre ein städtisch gefördertes Wohnungsbauprojekt an dieser Stelle ein Hoffnungsschimmer.
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M. XXXX aus St. Georg | 31.03.2013 | 10:28  
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