Braucht man Radstraßen?

Anzeige
So stellt sich die Verkehrsbehörde die Fahrradstraßen an der Alster vor Visualisierung: wb
 
Von links: Andy Grote (Mitte), Harald Rösler (Nord) und Torsten Sevecke (Eimsbüttel) Foto: Hanke

Anwohner an der Alster skeptisch. Info-Container „wandert“

Hamburg. Das Konzept Fahrradachsen rund um die Außenalster nimmt langsam Gestalt an. Jetzt wurde ein mobiler Info-Container zu diesem Projekt in Anwesenheit der drei Bezirksamtsleiter, deren Bezirke an die Außenalster grenzen, am Harvestehuder Weg Nr. 1 aufgestellt. Dabei wurde auch Kritik an dem Projekt geäußert.
Wie berichtet, beabsichtigt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation die Straßen entlang der Außenalster in Fahrradstraßen umzuwandeln, auf denen Radler Vorrang vor Autofahrern haben. Kraftfahrzeuge sind hier nur Gäste, dürfen höchstens 30 Stundenkilometer fahren und müssen Fahrrädern immer den Vorrang lassen. Radler dürfen auf Fahrradstraßen auch nebeneinander fahren. Damit, so die Bezirksamtsleiter, würde nur auf eine Entwicklung reagiert, die „in vollem Gange“ ist. „Wir vollziehen sie nur nach“, sagte Andy Grote, der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, bei der Aufstellung des Info-Containers.
Entlang der Außenalster befinden sich die meistbefahrensten Radverkehrsstrecken Hamburgs, auf denen häufig zum Arbeitsplatz und zurück geradelt wird. Eine viertägige Befragung des Bezirksamtes Eimsbüttel von Radlern, die durchs Alstervorland fuhren, ergab: 314 von 516 befragten Radlern (73 Prozent) fuhren zur Arbeit. Insgesamt wurden am Harvestehuder Weg am Befragungstag 4.400 Fahrrad- und 3.500 Autofahrer gezählt. Wegen der Sperrung vor dem amerikanischen Konsulat an der Verlängerung Alsterufer dient der Harvestehuder Weg derzeit allerdings nicht als Durchgangsstraße. Auch deshalb bietet sich diese Straße als Versuchsstrecke für das neue Projekt an.
Noch im Herbst wird mit dem Umbau des Harvestehuders Weges zwischen Krugkoppel und Alte Rabenstraße begonnen. Die Straße erhält an einigen Stellen Einengungen. Ampeln und Fußgängerüberwege werden abgebaut. An der Kreuzung Alsterchaussee / Fährdamm entsteht ein Kreisverkehr.
„Das ist ein Signal für einen Prozess, den sich alle Bezirksamtsleiter auf die Fahnen geschrieben haben“, erklärte der Amtschef von Hamburg-Nord, Harald Rösler. Die drei Außenalster-Amtsleiter sehen sich mit diesem Projekt als Vorreiter für ganz Hamburg. In Hamburg-Nord sollen 2015 die Straßen Bellevue (Winterhude) , Schöne Aussicht und Eduard-Rhein-Ufer (Uhlenhorst) folgen, wenn das Vorhaben Fahrradstraßen allgemeine Zustimmung erfährt. Kritik wurde bereits bei der Eröffnung des Info-Containers geäußert. „Wo wollen Sie mit den Autos hin?“, fragte ein Anwohner, der den Verkehrsinfarkt befürchtet, wenn der Harvestehuder Weg zur Fahrradstraße umgewandelt wird, da Rothenbaumchaussee und Mittelweg bereits überlastet seien. Die Bezirksamtsleiter beruhigten, wollen das neue Konzept erst einmal ausprobieren. Andere Kritiker sehen keine Notwendigkeit für eine Fahrradstraße Harvestehuder Weg, da gerade hier ein sehr breiter Radweg parallel durchs Alstervorland verläuft – der von den Initiatoren des Projekts aber dennoch als zu schmal für den immer stärker werdenden Radverkehr erachtet wird. Ob die Radwege zurückgebaut werden, wenn die Fahrradstraße kommt, ist unklar. Ab 2015 bis 2019 sind jährlich zwei Millionen Euro für das Projekt Fahrradstraße um die Außenalster eingeplant. (ch)
Hier steht der Info-Container auch noch: Grünfläche Schöne Aussicht 39/Fährhausstraße: Mi., 17.9. 15-19 Uhr, Do., 18.9. 9-13 Uhr,19. + 20.9. 13 - 17 Uhr, Alsterwiese Schwanenwik: 23. + 24.9. 15-19 Uhr, 25.9. 9-13 Uhr, 26. + 27.9., 13-17 Uhr
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige