„Buddys“ für Flüchtlinge

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Winona Welk, Hussam Sulaiman Alrai, Thies Eggert und Mahmoud Manoun (v.l.) Foto: Haas

Neues HCU Gasthörer-Programm unterstützt ausländische Studenten

Hafencity Studierende an der Hafencity Universtät (HCU) engagieren sich für Flüchtlinge, die ihr Studium unterbrechen mussten. Seit Beginn des Wintersemesters arbeiten sie in Tandems: Zwölf Flüchtlingen steht je ein Student der Universität zur Seite. Geflüchtete können in einem Gasthörer-Programm ausgewählte Lehrveranstaltungen besuchen und Atmosphäre schnuppern. Unterstützt werden sie von einem deutschen „Studien-Buddy“ – einem Kumpel oder Kollegen. „So erhalten sie intensive Einblicke in unseren Studienbetrieb“, erklärt Thies Eggert. Er hat das Amt des Flüchtlingsbeauftragten an der HCU im Wintersemester übernommen. „Die damit verbundene persönliche Betreuung von deutschen Buddys trägt zu einer schnelleren Integration der Geflüchteten bei.“ Denn auf dem Weg in ein Regelstudium seien etliche Hindernisse zu überwinden.
So hat Hussam Sulaiman Alrai, 23 Jahre, ein Studium der Elektrotechnik im irakischen Mossul gerade beendet, als seine Heimatstadt durch die IS-Miliz erobert wurde und seitdem heftig umkämpft ist. „Wie soll ich jetzt meine Papiere beschaffen?“, fragt der Student. Bevor er an der HCU ein reguläres Studium aufnehmen kann, muss Hussam zudem noch das deutsche Sprachdiplom C1 bestehen. „Noch immer verstehe ich nicht alles“, erklärt der Gasthörer in fließendem Deutsch. Seit Beginn des Wintersemesters wird er maßgeblich unterstützt von Winona Welk. Die HCU-Studentin besucht mit Hussam ausgewählte Lehrveranstaltungen und ist ein echter „Buddy“: Gemeinsam arbeiten sie den Stoff durch und trainieren dabei deutsches Fachvokabular. Winona Welk studiert das Fach „Kultur der Metropole“. Ihr sei es wichtig, zu helfen, sagt sie. „Das Buddy-Programm war für mich eine gute Gelegenheit, hier aktiv zu werden.“

Intensiv-Sprachtraining


Mahmoud Manoun, 20, kommt aus Syrien und ist erst seit kurzem in Deutschland. Bis jetzt kann er sich nur auf Englisch verständigen. So unterhält sich das Team eben in einem Mix aus Deutsch und Englisch. Bei Unklarheiten übersetzt Hussam auch gerne ins Arabische. Zwei Jahre hat Mahmoud schon Architektur studiert, bevor er aus seiner Heimat fliehen musste. Mit einer „ganz anderen Kultur“ sei er jetzt konfrontiert. Noch fühle er sich, als würde er vor einer Mauer stehen. Diese wolle er möglichst bald überwinden. „Die meisten Lehrveranstaltungen der HC-Universität werden auf Deutsch unterrichtet, nur wenige gibt es auch auf Englisch“, erklärt Thies Eggert. Doch Mahmoud und Hussam sind zuversichtlich. „Die Leute, die wir hier treffen, sind alle sehr freundlich.“ Nach Semesterende arbeiten sie weiter: Ein Intensiv-Sprachtrainig für alle Gasthörer steht im März auf dem Programm. Bei Bedarf hilft zudem ein von 50 HCU-Studenten mit Migrantenwurzeln gegründeter Verein weiter – mit hausinternen Dolmetscherdiensten. (wh)
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