Carillons erklingen

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Blick auf das Carillon aus 51 Glocken. Darunter zu sehen: die gläserne Spielkabine Foto: wb

Glocken-Spieler sonnabends am Mahnmal St. Nikolai

Hamburg. Das 6. Konzert der norddeutschen Carillonneure findet statt am Sonnabend, 20. September, am Mahnmal St. Nikolai. Am Spieltisch: Antonia Krödel (Wilhelmshaven), Gerd Heinrich (Kiel) sowie Werner Lamm, Hajo Patschkowski und Gudrun Schmidtke (Hamburg).
Ein Carillon ist ein Glockenspiel, das über eine Klaviatur entweder durch einen Spieler, den Carilloneur, oder mechanisch gespielt wird. Im 17. Jahrhundert waren Carillons an Kirchtürmen in Europa eine beliebte Mode: Auch die Hauptkirche St. Nikolai verfügte seinerzeit über ein imposantes Glockenspiel mit 25 Glocken. Es bediente zwei vollständige Oktaven und spielte täglich zweimal eine halbe Stunde lang zur Freude von Passanten in der Innenstadt.
In Anknüpfung an diese alte Tradition wurde 1993 ein Carillons im Turm der Kirchruine installiert, finanziert durch private Spenden. Es befindet sich dort, wo vor der Zerstörung 1943 die Orgel war. Vom Gelände des ehemaligen Kirchenschiffes aus frei einsehbar hängen hier nun 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist.
Gespielt wird das Carillon von einer in der Mitte des Instrumentes angeordneten Kabine aus. Hier steht ein Spieltisch - vergleichbar einer Orgel -, dessen Tastaturhebel (Stokken) über Seilzüge mit jeweils einem Glockenklöppel verbunden sind. Diese Konstruktion ermöglicht es dem Carillonneur, die Glocken „forte“ wie „piano“ erklingen zu lassen und den Melodien so eine variable Dynamik zu verleihen. Das unterscheidet ein von Hand spielbares Carillon deutlich hörbar von Glockenspielen, die ausschließlich von Automaten angeschlagen werden. Das Carillon am Mahnmal St. Nikolai kann sowohl per Hand als auch automatisch bedient werden. (wb)
St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, Konzerte um 11 sowie um 15.30 Uhr
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