Containerdorf für Geflüchtete fertig

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Zwischen Norderelbe und Baakenhafen: Bis zu 720 Menschen wird die Folgeunterkunft Kirchenpauerstraße demnächst beherbergen Foto: Haas

Verein sucht Unterstützer für Flüchtlinge in der HafenCity

Von Waltraut Haas
HafenCity
Wöchentlich kommen derzeit zwischen 70 und 100 Geflüchtete in der neuen Folgeunterkunft Kirchenpauerstraße an. Sie wird von dem städtischen Unternehmen fördern & wohnen (f&w) betrieben. 720 Plätze bieten die Häuser aus Containermodulen auf drei Geschossen. Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe HafenCity heißen die Neuankömmlinge am Bakenhafen willkommen, reichen ihnen Tee und selbst gebackenen Kuchen. Sie knüpfen erste Kontakte, während Kinder sich in einer Spielecke tummeln, bis die Wartenden in ihre Räume ziehen können. Schon im September hatte sich die Initiative als Verein eintragen lassen, der die Integration der Geflüchteten unterstützen und eine gute Nachbarschaft pflegen will. „Unsere ehrenamtliche Arbeit ist inzwischen gut angelaufen,“ erklärt Vereinssprecherin Sandra Munzinger. Der Deutschkurs für Frauen und der „Kinder-Hafen“ seien bereits gut besucht: Während die Eltern ihre Sprachkenntnisse üben, spielen ihre Kinder, angeleitet von ehemaligen Erzieherinnen. Dafür werden aktuell noch Räume in der Unterkunft genutzt. „In unseren Zelten fehlen immer noch Stromanschluss und Heizung, was sich hoffentlich in den nächsten Tagen ändert,“ so Munzinger, die auch die Einsätze der Ehrenamtlichen koordiniert. Demnächst laufe die AG Freizeit, Sport und Kultur an. Einen Sportplatz gibt es schon, fehlen nur noch Trainer und Fußbälle. Zudem steht eine Fahrradwerkstatt kurz vor dem Start: Dafür seien gut erhaltene Spendenräder erwünscht. In der Unterkunft gäbe es auch Frauen mit Babies ohne Kinderwagen, weiß Sandra Munzinger. „Ob Familien vielleicht einen Wagen erübrigen können?“Die jüngste unter den Freiwilligen ist Ella Lynn, 11. Schon beim Aufbau der Zelte hatte sie mit einer Freundin angepackt. Nach einer beeindruckenden Projektwoche ihrer Schule mit sechs geflüchteten Jugendlichen wollen sich beide Schülerinnen hier engagieren. „Zu tun gibt es jetzt genug,“ betont Ellas Vater Jochen Blauel, weitere Jugendliche seien herzlich eingeladen, mitzumachen.

Unterstützer gesucht


„Unser Engagement für eine gute Nachbarschaft in der HafenCity muss auch unseren neuen Nachbarn gelten,“ erklärt der erste Vereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Weisbrod-Weber. 30 Jahre lang war der UN-Diplomat in Krisengebieten wie Bosnien und Afghanistan tätig. „Ankommen in der Nachbarschaft heißt auch, sich zu engagieren.“

Die Flüchtlingshilfe HafenCity sucht noch weitere Unterstützung. Wer mitmachen oder spenden will, wendet sich an: info@fluechtlingshilfe-hafencity.de, mehr Infos auf www.fluechtlingshilfe-hafencity.de
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