CSD-Parade durch die City

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Prominenter Besuch zu Gast beim CSD: Olivia Jones ließ sich in schriller Aufmachung blicken und interviewen. Fotos: vk

Demonstration für Toleranz und Gleichberechtigung

City. Tausende wurden zum 32. Christopher Street Day erwartet, und über 10.000 kamen. Sie kamen, demonstrierten für die Rechte homosexueller Ehen und feierten ein farbenfrohes Fest. Am Samstag, dem Höhepunkt der Hamburg-Pride-Woche 2012, war das Zentrum der Stadt nur für sie da, für die homosexuellen, Bi- und Transsexuellen Hamburgs.
Um zwölf Uhr zog eine bunte Prozession aus Lastwagen, einer Motorradkolonne und kreativen Kostümen von der Langen Reihe am Hauptbahnhof vorbei in Richtung Jungfernstieg. Das Motto lautete „Ehe 2.0 – Nach den Pflichten jetzt die Rechte“. Auf Trucks und unter dröhnender Musik bewegte sich die Kolonne mit Zuschauern zum Straßenfest an der Alster. Dazu gab es einige kleine Schauer; der Freude tat das keinen Abbruch, und die Teilnehmer feierten ungeachtet des feuchten Wetters die Gemeinschaft aller Ehen. „Ich bin begeistert“, sagte eine Besucherin aus Stuttgart. Als schließlich der Vollmond langsam über der Alster aufstieg, wurde der Jungfernstieg zur großen Festmeile. Teilnehmer aus Hamburg und ganz Deutschland tummelten sich auf den gesperrten Straßen der Innenstadt.
Ansprache
Der erste Vorsitzende von Hamburg Pride, Dr. Lars Peters,  appellierte in einer kurzen Ansprache an die Berliner Politiker, sich für die Gleichstellung homosexueller Ehen einzusetzen, und trug damit dem Motto der Veranstaltung Rechnung. Auf dem Feld der Lokalpolitik scheint die Entwicklung dagegen schon vorangeschritten zu sein: Nicht wenige Trucks zierten die Logos verschiedener Parteien und Vereine, die sich für gleichgeschlechtliche Liebe und Sexualität engagieren.
Party total
Neben dem Christopher Street Day luden diverse Cafés und Geschäfte seit Sonnabend, 28. Juli zu Schwulen- und Lesbenpartys ein, die im Rahmen der Pride-Woche stattfanden.
Fazit: CSD in Hamburg hat sich gewaschen. Schreiend bunte Kostüme, unbeirrt gute Stimmung und die unmissverständliche Botschaft: die Zeiten, in denen Intoleranz noch toleriert wurde, sind vorbei. Die freie Partnerwahl ist längst nicht mehr etwas, worüber sich diskutieren ließe.
Wer Hamburg verpasst hat oder mehr will: für weitere Pride-Feiern bietet sich der Lübecker Christopher-Street-Day am Sonnabend, 18. August an. (vk)
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