Dach überm Kopf

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Dirk Petersen und Rebecca Rafatian helfen beim Aufbau der Schlafgelegenheiten in der neuen Unterkunft Foto: Grell

Kirchen: 250 neue Plätze für Flüchtlinge

City Die Lage für die am Hauptbahnhof ankommenden Flüchtlinge wird von vielen der freiwilligen Helfer als unzureichend und bedrückend beschrieben. Oft kommen bis spät in die Nacht erschöpfte Familien mit kleinen Kindern in der Wandelhalle des Bahnhofes an, die nicht wissen, wo sie die Nacht verbringen sollen. Jetzt erweitern der evangelische Kirchenkreis Hamburg-Ost, das katholische Erzbistum, der Caritasverband und der Verein Hoffnungsorte ihr gemeinsames Angebot für Transitflüchtlinge. Viele von ihnen kommen zwar am Hamburger Hauptbahnhof an, wollen sich hier in Deutschland aber nicht registrieren lassen, weil sie auf der Durchreise nach Skandinavien sind.
„Wir haben die Not gesehen und handeln, weil wir Christen sind“, so Caritas-Direktor Stephan Dreyer. Ab sofort stehen in einem nicht mehr genutzten Gebäude in der Straße Neue Burg, das noch im nächsten Frühjahr abgerissen werden soll, zusätzliche Übernachtungsplätze zur Verfügung. „Gleichzeitig wird das bisherige Angebot in der Danziger Straße in den Räumen der Caritas verlängert“, erklärt Wolfgang Främke vom Kirchenkreis Ost.
Bis zu 250 Flüchtlinge können in den ehemaligen Büroräumen untergebracht werden. „Seit über einem Jahr stehen die Räume leer“, erklärt Främke. Die Umrüstung habe nur knapp zwei Wochen gedauert. „Wir mussten uns um den Brandschutz kümmern, Duschen einbauen und einen zweiten Fluchtweg ermöglichen“, erklärt Pröpstin Isa Lübbers vom Kirchenkreis Ost.
Das alte Gebäude habe man schon lange der Stadt zur Nutzung für Obdachlose angeboten, es sei aber von Seiten des Senates bisher keine Reaktion gekommen. „Deshalb haben wir uns jetzt entschlossen, selber zu handeln“, so Lübbers. Wenigstens für eine Nacht können die Menschen, die oft seit Wochen und Monaten unterwegs sind, hier eine warme Mahlzeit bekommen, duschen und auf einer richtigen Matratze und mit einem Dach über dem Kopf schlafen.
Dirk Petersen (26) und Rebecca Rafatian (24) sind als freiwillige Helfer vor Ort und kümmern sich am ersten Abend um das Aufstellen der Betten. Sie haben bereits reichlich Erfahrungen gesammelt in der Flüchtlingshilfe und wissen, worauf es ankommt. „Wir helfen beim Übersetzen, verteilen Decken und Handtücher und sind einfach für die Menschen da“, erklärt Student Dirk Petersen.
Wolfgang Främke betont, dass man die gesamten Kosten dieser Maßnahme allein aus Spenden und Kirchensteuergeldern finanziere, und besonders stolz darauf sei, in so kurzer Zeit, so viel zusammengetragen zu haben. Matratzen, Decken, Sanitärartikel und das warme Abendessen seine ausschließlich durch Sponsoren zusammengekommen. (kg)
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