Das Menü aus der „Volksküche“

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Küchenchef Volker versucht täglich die hungrigen Flüchtlinge zu versorgen. Keine einfache Aufgabe. Auch er ist auf Unterstützung angewiesen Foto: Grell

Wie Chef Volker die Männer der „Lampedusa-Gruppe“ versorgt

St. Georg. In der „Volksküche“ in St. Georg stehen die Töpfe jetzt im Dauereinsatz auf den Herdplatten. Hier wird in diesen Tagen nicht mehr nur einmal in der Woche gearbeitet, so wie zunächst geplant, hier geht es rund um die Uhr ums Kochen. Küchenchef Volker organisiert das tägliche Menü für die Flüchtlinge aus Libyen, die derzeit in Hamburg auf der Straße leben und für die es keine Perspektive gibt. Beauftragt hat Volker dafür niemand und auch die anderen Helfer sind alle freiwillig dabei.

„Wir sind einfach zu dem Entschluss gekommen, dass bei so viel Bürokratie
erst einmal spontan geholfen werden muss.“ Küchenchef Volker

„Wir sind einfach zu dem Entschluss gekommen, dass bei so viel Bürokratie erst einmal spontan geholfen werden muss.“ Unterstützung von außen bekommen die ehrenamtlichen Köche aus der Brennerstraße wenig. Nachbarn spenden Lebensmittel, Bewohner bringen Kleidung vorbei, doch das meiste, was im Topf landet, wird aus dem zusammengestellt, was andere nicht mehr verwerten wollen. Fast täglich gibt es deshalb Eintopf. Säcke mit Reis stehen am Boden, Kirschen wurden am Morgen von einem der Helfer aus
der Umgebung mitgebracht und Gemüse bieten die Geschäfte erst nach Ladenschluss an. „Es ist schwer“, bedauert Volker, der hofft, noch ein paar
Menschen mobilisieren zu können, die mitmachen wollen. „Reis brauchen wir und Zucker“, überlegt Volker, der auf unkompliziertes Vor-
gehen setzt. Sauer sind die
Künstler aus dem Haus B 20 über den Besuch von Umweltsenatorin Jutta Blankau vor ein paar Tagen. „Sie
wollte zusammen mit den Mülldetektiven der Stadt nachsehen, wie wir unseren Müll entsorgen, hat allerdings keinerlei Hilfe angeboten“, so Volker, der bestätigt, dass es ein „Arrangement“ für die Müllbeseitigung mit
den Nachbarn gibt. Dabei ist jeder Mieter verpflichtet, eine Mülltonne zu haben. Verboten sind unangemeldete „Schwarztonnen“. Wer der Volksküche helfen will, kann Lebensmittel vorbeibringen, Kleidung spenden oder mitmachen. Solange für die Flüchtlinge gekocht wird, ist der Tauschladen wegen Personalmangels nicht besetzt. (kg)
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