Das Schwein braucht einen Namen - Wählen Sie mit

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Auch ein Schwein braucht einen Namen. Foto: thinkstock
 
Im Schweinsgalopp um die Alster. Die Spur der Wildschweine durch die Stadt. Grafik: Frick

Nach dem Irrlauf durch die City wird jetzt ein Name für den Keiler gesucht

Von Waltraut Haas
Alster. Wildschweine seien unglaublich schnell, dabei vor allem „geländegängig“: Sie klettern gern, überwinden mit Leichtigkeit Mauern, Zäune oder Buschwerk, und sie sind ausgezeichnete Schwimmer. Olaf Nieß kennt sich als ausgebildeter Wildmeister bestens aus. Am vergangenen Mittwoch war der Schwanenvater gefragt, bei einem Einsatz zusammen mit der Polizei morgens in aller Frühe.
An verschiedenen Orten in Hamburg wurden einzelne Wildschweine von Passanten gesichtet und gemeldet. In Rotherbaum und Harvestehude, dann auch am Dammtor sollen die Schwarzkittel gesehen worden sein. „Es waren wohl zwei bis drei Tiere.“ weiß Olaf Nieß nach Bestätigungen aus sicheren Quellen. Ein Tier sei nach Aussage eines Joggers in der Nähe der Elphilharmonie durch einen Sprung in die Elbe geflüchtet und wurde nicht mehr gesehen. Vermutlich über den Alsterwanderweg oder den Kollauwanderweg hat sich das Schweine-Trio sich bis an die Alster und in die Innenstadt vorgewagt und zog getrennt weiter. „Ein größeres Wildschwein habe ich kurz gesehen am Dammtor, doch es entkam blitzschnell.“ Und Balou, der Assistent des Schwanenvaters, ein bestens ausgebildeter Nachsuchehund, war hier zunächst überfordert, er konnte auf Straßen und asphaltierten Flächen keine deutliche Spur aufnehmen. Fortsetzung von Seite 1. Alster. „Ein jüngeres Wildschwein konnten wir schließlich nachmittags bei einem weiteren Einsatz einfangen.“ sagt Olaf Nieß. Das 40 Kilo schwere Jungtier war vom Alstervorland in Richtung Leinpfad gerannt, und suchte schließlich in einen Hinterhof in der Willistraße Zuflucht, nahm dann jedoch wieder Reißaus, als es gestellt werden sollte. Selbst nach einem Betäubungsschuss flüchtete es noch: mit einem Sprung in den Alsterkanal. Inzwischen befindet sich das geborgene Tier wohlauf im Wildgehege der Revierförsterei Klövensteen. Dort kann es sich von seinem Kater erholen, werde wohl bald wieder ausgewildert, vermutete Olaf Nieß, der die Hatz ohne Blessuren überstand. Anders sein Diensthund Balou: Er muss sich nach eingehender tierärztlicher Untersuchung von starken Prellungen erholen. Denn auf der Suche nach dem Wildschwein war er von einem drei Meter hohen Mauerabsatz gestürzt, als er diensteifrig die Spur aufgenommen und verfolgt hatte.
Mit von der Partie bei der Schweinehatz: sechs Streifenwagen der Polizei, ein Boot der Wasserschutzpolizei und das gut ausgerüstete Einsatzfahrzeug des Schwanenvaters. Von anderen Wildschweinen gab es bis zum Redaktionsschluss keine weitere Spur mehr. „Möglich, dass sie sebständig zurück in die Natur gefunden haben. Das wäre der glücklichste Fall.“ erklärte der Schwanenvater. Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, ist noch nicht geklärt, ob das innenstadterfahrene Wildtier in dem weitläufigen Revier in Hamburgs Westen sein neues Zuhause gefunden hat. Die Entscheidung, ob das Wildschwein ausgewildert wird oder im Besitz des Wildgeheges verbleibt, stand bei Redaktionsschluss noch aus. Sollte „Schweini“ es sich im Klövensteen gemütlich machen dürfen, hätten die Hamburger eine Chance, aus sicherer Entfernung und ganz entspannt einen Blick auf das Metropolen-Schwein zu werfen. Vielleicht kommen ja in den nächsten Tagen die noch flüchtigen „Schweine-Kollegen“ dazu. (wh)
Jetzt können alle Leserinnen und Leser des Hamburger WochenBlatt über einen Namen für das Borstenvieh abstimmen. Direkt in unserem Mitmach-Webportal können Sie rechts den paasenden Namen wählen. Olaf, wie der Mann, der ihn einfing oder Willi, nach der gleichnamigen Straße, seiner letzten City-Station. Wer sich als Leser-Reporter registriert, kann natürlich auch eigene Vorschläge ins Netz stellen. Voten können Sie direkt auf der Startseite. Dort finden Sie das Voting der Woche.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 28.05.2012 | 09:15  
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