Das stinkt zum Himmel

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Anwohner fordern: Die Problemtoilette am Hansaplatz muss verschwinden Foto: Luckey

Für das Pissoir am Hansaplatz muss eine neue Lösung gefunden werden

Von Annette Luckey
St. Georg
Im Minutentakt wird die knapp verglaste Blechkiste von angetrunkenen Männern aufgesucht. Sie schaffen es kaum bis zu dem Urinal auf dem Hansaplatz. Den Anwohnern und Gastronomen stinkt das Pissoir vor ihrer Haustüre, das einen beißenden Gestank verströmt, schon lange. Mit Auslaufen der Verträge mit der Firma JC Decaux wird nun die Stadtreinigung die Federführung über öffentliche WCs in Hamburg übernehmen und ein neues Toilettenhaus errichten. Doch die Anwohner sind skeptisch, ob das die Lösung ist. Im Stadtteilbeirat St. Georg stellte Frederick Töner von der Behörde für Umwelt und Energie die Pläne für eine neuartige Unisex-WC-Anlage zur Diskussion, die das Pissoir am Hansaplatz ersetzen soll. Sie ist knapp 20 Quadratmeter groß, bietet einen Urinal für Männer und einen barrierefreien Toilettenraum für Männer und Frauen, die durch einen Technikbereich getrennt sind und separate Eingänge haben. Die Ausschreibung soll noch in diesem Monat laufen, damit die Anlage auch bis Ende des Jahres in Betrieb genommen werden kann. Die Rückübernahme des öffentlichen WC-Betriebs seitens der Stadt und das Angebot von Toiletten für Männer und Frauen wurde von den Bürgern und Vereinen St. Georgs ausdrücklich begrüßt. Zweifel und Sorgen gab es jedoch zum Unisex-Konzept und zum Standort der Anlage: Frauen bräuchten eine eigene Toilette, denn die Männer hielten sich nicht an Sauberkeitsregeln, gab eine Anwohnerin zu bedenken. Auch der Standort in unmittelbarer Nähe zum Brunnen und den Bäumen mache das schöne Ensemble kaputt. Als Alternativstandort wurde das Dreiecksgrundstück hinter dem Schauspielhaus an der Einmündung der Ellmenreichstraße vorgeschlagen, was wiederum die dortigen Anwohner stört. Sie müssten bereits den Lärm an den Müllcontainern ertragen. Außerdem besteht mit Blick auf die Drogenszene und Prostitution die Sorge, die geschlossenen Toilettenräume würden für andere Zwecke genutzt und die Trinker- und Drogen-Szene in diese Ecke verlagert.
Mit dem Standort hinterm Schauspielhaus wurde wieder ein langgehegter Wunsch von Bürgerverein und Einwohnerverein angesprochen: der Bau eines gastronomischen Angebots als Kantine und offener Bühne auf der Rückseite des Schauspielhauses, die sich zum Hansaplatz hin öffnet – kombiniert mit einer frei zugänglichen öffentlichen Toilette im Untergeschoss, die durch Personal betreut wird. Dieses Projekt ließ sich bislang aus finanziellen Gründen nicht realisieren.
Trotz der Bedenken hält die Behörde an der zügigen Ausschreibung fest. „Das Geld ist da, die Ausschreibung muss laufen. Wir können aber auch eine größere Lösung für separate Männer- und Frauentoiletten ausschreiben und parallel den Standort auf dem Dreiecksgrundstück prüfen“, bot Tröger an. Bis zur Zuschlagserteilung im Juli bliebe Zeit, weitere Einzelheiten zu diskutieren. Auch nahm er mit auf den Weg, dass während der Bauphase Dixiklos oder Toilettenwagen für Männer wie Frauen vorgehalten werden sollen.
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