Den Verfall aufhalten

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Am Rödingsmarkt stehen mehrere Häuser teilweise leer. Hier gelten aber sowohl Denkmalschutz als auch eine Erhaltungssatzung Foto: Frank Berno Timm

Sanierung der Häuser an Rödingsmarkt /Steintwiete nötig

Von Frank Berno Timm
Neustadt/City
Wer mit der U-Bahn vom Hafen zum Rödingsmarkt fährt, kann es sehen: Eine Häuserfront an der Ecke Rödingsmarkt/Stein-twiete ist offensichtlich vor allem in den Erdgeschossen genutzt, ansonsten scheint viel leer zu stehen. In der Bezirksversammlung war das jetzt Thema – die Parlamentarier fordern die Erhaltung der historisch wertvollen Gebäude. Klaus Lübke (SPD) brachte es im Plenum auf den Punkt: Um diese Häuser hätten sich schon viele gekümmert, so der Parlamentarier. Auch Holger Schmidt (CDU) stellte klar, seine Fraktion wolle, dass die Gebäude erhalten bleiben. Schnell war Einigung im Plenum hergestellt, die Initiative zur Erhaltung der Häuser zu übernehmen. Es geht um das Hausensemble am Rödingsmarkt und Steintwiete: Ein Großteil der Flächen stünden leer, ein Bauvorbescheid, der u.a. den Abriss der Hinterhofbebauung vorgesehen habe, sei negativ entschieden worden – Denkmalschutz und Erhaltungsverordnung ließen das nicht zu. Zum Ensemble gehören der Rödingsmarkt 19, 23-25 und das Eckhaus Rödingsmarkt 27. Die Gebäude stammen aus dem späten 19. Jahrhundert bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Zur ehemaligen Fleetseite hin lägen „typische Betriebs- und Speichergebäude“. Zwischen Rödingsmarkt und Deichstraße werde Hamburgs Baugeschichte zwischen 1842 und den 1980er Jahren (Bundesbankbau) durch diese Gebäude auf kleinstem Raum erlebbar. Genutzt werden momentan die Läden im Erdgeschoss, die oberen Etagen seien leer, der Erhaltungszustand der Innenhöfe und der rückwärtigen Front des Ensembles „offensichtlich problematisch“.

„Unhaltbarer Zustand“


Einstimmig beschlossen die Parlamentarier, dass die vor zehn Jahren beschlossene Erhaltungsverordnung ausdrücklich bestätigt werde. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) muss sich außerdem mit dem Eigentümer in Verbindung setzen, ihn auf den „unhaltbaren Zustand“ hinweisen und auffordern, ein Nutzungskonzept vorzulegen. „Gegebenenfalls“ sei die Zweckentfremdungsverordnung anzuwenden, heißt es außerdem. Bezirks- und Denkmalschutzamt sollen darauf hinwirken, „dass der Erhalt der Gebäude während des noch andauernden Leerstandes fachgerecht gesichert wird“.
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