Deserteurs-Denkmal kontra „Kriegsklotz“

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Der Hamburger Künstler Volker Lang hat das Deserteursdenkmal am Dammtorbahnhof gestaltet Foto: Helge Mundt
City Am kommenden Dienstag, 24. November, soll in Anwesenheit von Kultursenatorin Barbara Kisseler am Bahnhof Dammtor das Denkmal für Deserteure aus der Nazi-Wehrmacht eingeweiht werden. Geschaffen hat es der Hamburger Künstler Volker Lang, dessen Entwurf aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen war. Wie berichtet sieht das Konzept einen transparenten Baukörper in der Form eines gleichseitigen Dreiecks zwischen dem „76er-Denkmal“ von Richard Kuöhl und dem Gegendenkmal von Alfred Hrdlicka vor. Zwei der drei Wände werden aus bronzenen Schriftgittern gebildet. Eine gefaltete geschlossene Wand schließt den Raum zum Dammtordamm ab.
Die Texte der Schriftgitter sind dem Werk „Deutschland 1944“ des Autors Helmut Heißenbüttel entnommen, das auch als Audioinstallation am Ort zu hören ist. Die historischen Informationen zum Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz werden als Schrift auf der gefalteten Betonwand angebracht. Das Konzept sieht des Weiteren auch an anderen Unrechtsorten der NS-Militärjustiz Verweise zu dem Gedenkort vor.
Das neue Denkmal soll ein Gegengewicht zum sogenannten „Kriegsklotz“ von Kuöhl schaffen, das der Bildhauer 1936 im Nazi-Stil schuf. Nicht nur wegen der Inschrift „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen“ gilt es Kritikern als Kriegsverherrlichung. Die britische Militärregierung hatte es eigentlich 1945 sprengen lassen wollen. Dazu kam es nicht. Der Denkmalrat verhinderte zudem die Entfernung der Inschrift und der Soldatenreliefs. Das umstrittene Denkmal wird seit langem immer wieder beschädigt. (bcb)
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1 Kommentar
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René Senenko aus Langenhorn | 17.12.2015 | 21:35  
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