Die Freude an der Vielfalt

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Pastorin Corinna Schmidt, hier beim Anzünden des Adventskranzes, wurde am 18. September offiziell in ihr Amt als geistliche Leiterin des Ökumenischen Forums HafenCity eingeführt Foto: Gehm
 
Pastorin Corinna Schmidt (v.l.) mit Corinna Born und Dörte Massow vom Service des Weltcafé ElbFaire Foto: Gehm

HafenCity: Neue Ökumene-Pastorin zieht Zwischenbilanz

Von Dagmar Gehm
HafenCity
Der Honig zum Tee schmeckt würzig. Vielleicht liegt es daran, dass die Bienen eine kräftige Elbbrise inhalierten. Nicht jeder weiß, dass in Zusammenarbeit mit der Initiative „Hamburg summt!“ ein Bienenstock auf einem Dach mitten in der HafenCity stand und bald wieder stehen wird. Obwohl ein großes Backsteinkreuz an der Fassade und eine Glocke am Giebel das Ökumenische Forum HafenCity markieren, ist auch längst nicht allen Hamburgern bekannt, dass seit zweieinhalb Jahren unter diesem Dach 19 christliche Kirchen vereint sind. Im Erdgeschoss befindet sich eine Kapelle für 150 Gläubige sowie das Weltcafé ElbFaire, in dem neben frischen Biospeisen auch ein abwechslungsreiches Programm geboten wird. Das Gebäude in der Shanghaiallee 12-14 beherbergt eine ökumenische Hausgemeinschaft von 40 Bewohnern zwischen fünf Monaten bis 82 Jahren und den Laurentiuskonvent – ein ökumenischer Konvent.

Die ersten 100 Tage im Amt sind herum


Am 15. Juli hat die mennonitische Pastorin Corinna Schmidt als geistliche Leiterin des Ökumenischen Forums HafenCity ihre Arbeit begonnen, die offizielle Einführung fand am 18. September statt. Vorher war sie Pastorin in den Mennonitengemeinden Hamburg-Altona und Lübeck. Die ersten 100 Tage sind herum - haben sich ihre Erwartungen auf das neue Amt inzwischen erfüllt? „Ich war schon voller Vorfreude auf die Vielfalt, die dieser Ort mit sich bringt“, sagt sie. „Diese Vielfalt hat sich voll bestätigt, obwohl ich noch lange nicht wirklich tief eingetaucht bin.“
Gemäß dem Leitmotiv ihrer Freikirche „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ bezeichnet sie sich selbst als Friedenskirch-lerin.
Bewusst wird am Sonntag kein Gottesdienst in der Kapelle gefeiert, da jeder seiner eigenen konfessionellen Tradition nachgeht. „Im Haus feiern wir alle zusammen ab und zu Gottesdienst.
„Außerdem halten wir in der Kapelle jeweils eine Viertelstunde lang Tagzeitgebete – montags, mittwochs und freitags um 13 Uhr, dienstags und donnerstags um 18 Uhr. „Es kommen Menschen verschiedener Konfessionen, die diese Gebete halten. Die Kapelle haben wir, um geistliches Leben zu gestalten, das Café haben wir als Raum der Gastlichkeit. Außerdem gibt es zwei Seminarräume als Lern- und Lehrforum.

Die drei Ziele des Ökumenischen Forums


Drei Ziele verfolge das Ökumenische Forum, sagt Corinna Schmidt: „Erstens geht es darum, dass die Gemeinschaft der 19 Kirchen voneinander lernt. So wird am Heiligabend um 22 Uhr die altkatholische Vigil gefeiert, und am ersten Feiertag werden um 16 Uhr Weihnachtslieder gesungen.
Zweitens ist unser Ziel, alles, was wir gemeinsam als Aufgabe und Herausforderung sehen, auf den Weg zu bringen. So haben wir am 13. Januar eine Veranstaltung unter dem Motto ‚Rüstung stoppen!‘ unter dem Aspekt, wie wir als Christen zum Rüstungsexport ab dem Hamburger Hafen stehen.“ Das dritte Ziel des Forums heiße schließlich, so Corinna Schmidt, ein Teil des Stadtviertels zu sein. „Mit den Menschen im Haus, die sich dafür verantwortlich fühlen, wollen wir es mitgestalten. Als Teil der HafenCity tun wir gut daran, gemeinsam zu sprechen oder zu den Menschen zu gehen.“ So starten am 6. Januar vom Forum aus die Sternsänger. Sie bringen singend Gottes Segen in Privathaushalte und Geschäfte.
Die Ökumene als Modell der Zukunft? „Ja, unbedingt“, sagt die Pastorin bestimmt. „Es ist dringend erforderlich, dass wir uns bei wichtigen Themen wie dem Rüstungsabbau zusammen tun und als Kirche unsere Stimme erheben. Die Impulse dazu gebe ich gern.“
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