Die traurigen Abschiede

Anzeige
Auch Miriam Gilles-Carlebach (l.), die Tochter des letzten Hamburger Oberrabiners vor dem Krieg, Joseph Carlebach, nahm an der Einweihung des Kindertransportedenkmals teil. Hier mit Lisa Bechner von der Kindertransport Organisation Deutschland e.V. Foto: Hanke

Dammtor: Neues Denkmal erinnert an Kindertransporte

Neustadt/St. Pauli Rund 1.000 jüdische Kinder und Jugendliche konnten zwischen Dezember 1938 und 1. September 1939 aus Hamburg im Rahmen der von der britischen Regierung veranlassten Kindertransporte nach Großbritannien ausreisen. Kürzlich wurde auf dem Dag-Hammerskjöld-Platz vor dem Dammtorbahnhof das Denkmal „Kindertransport – Der letzte Abschied“ von Frank Meisler eingeweiht, das an die Kindertransporte erinnert. Der Bildhauer und Architekt aus Tel Aviv hat eine Gruppe aus lebensgroßen Menschen in Bronze entworfen, die eine damals häufige, tragische Situation abbilden: zwei Kinder nehmen Abschied, sie stehen auf einem Gleis. Drei Kinder und die Mutter bleiben zurück – für viele bedeutete das in Nazi-Deutschland den sichern Tod. Der in Danzig geborene Frank Meisler konnte Deutschland 1939 selbst auf einem Kindertransport verlassen. Seine Eltern wurden in Auschwitz ermordert. Das Denkmal vor dem Dammtor-Bahnhof ist bereits das fünfte, das Meisler geschaffen hat, um an die Kindertransporte zu erinnern. In Hoek van Holland, Berlin, Danzig und London stehen die anderen. Die Initiative für die Errichtung des privat finanzierten Denkmalshatte der Verein Kindertransport Organisation Deutschland ergriffen. Bürgermeister Olaf Scholz weihte das Denkmal ein. Aus Berlin war Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau von der Linkspartei angereist. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige