Drei Jahre lang auf Foto-Jagd in Hamburg

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Die Sieben von der Geschichtswerkstatt St. Gertrud vor einer Schautafel zum Buch Uhlenhorst und Hohenfelde (4.v.l.: Leiter Harald Gevert)Foto/Repro: Hanke

Siebenköpfige Geschichtswerkstatt St. Gertrud sucht Mitmacher

Hamburg. Wie sah es einst in Hohenfelde und Uhlenhorst aus? Von den beiden Stadtteilen können sich jetzt alle Interessierten ein Bild machen. Die Geschichtswerkstatt St. Gertrud hat jetzt den Bildband „Hohenfelde und Uhlenhorst“ herausgegeben: ein Buch mit mehr als 160 Fotos und Abbildungen vom 18. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre. Dazu erläutern Karten, eine Kurzchronik und ein kurzer Text die Geschichte beider Stadtteile. Der Leser erfährt, wie aus dem Gut Uhlenhorst und dem „Hohen Feld“, einer aus Acker- und Weideland bestehenden Gegend, zwei dicht bebaute Hamburger Stadtteile wurden.
Viele Fotos stammen
aus Privatbesitz
1910 wohnten mal 30.000 Menschen in Hohenfelde und 41.000 in Uhlenhorst. Heute sind es nur noch 8.800 (Hohenfelde) beziehungsweise ca. 15.500 (Uhlenhorst). Im Zweiten Weltkrieg wurden beide Stadtteile stark zerstört. Auf den Fotos, von denen die meisten aus Privatbesitz stammen, sind viele Menschen zu sehen, die sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch gruppenweise für die Fotografen versammelten. Aber auch Großaufnahmen von Kindern auf einer Schottschen Karre in der Ifflandstraße (1926), von Mutter und Kind auf der Mundsburger Brücke (1928), im Garten an der Uhlandstraße (1929) und am Eingang zur Badeanstalt Schwanenwik (1928).

Szenen unterm Tannenbaum im Immenhof 1930, ein kleines Mädchen am früheren Alsterschiffanleger Schwanenwik 1928, eine Mutter mit Kindern auf einem Schlitten vor Kriegsruinen der Hartwicusstraße, Kindergeburtstag 1949 in der Uhlandstraße - neben den vielen Fotos von Straßenzügen aus dem Staatsarchiv machen diese privaten Fotos den besonderen Reiz des Buches aus.
Ein eigenes Kapitel ist der St. Gertrudkirche gewidmet. Mit dem Foto von einem der berühmtesten Konfirmanden: Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Das auch das Cover des Buches ziert. Es kostet 19,99 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Drei Jahre lang haben die sieben Mitglieder der Geschichtswerkstatt St. Gertrud die Bilder aus den Jahren 1741, 1860, 1885, 1908, 1930, 1949 und 1963 zusammengetragen. Vor rund 15 Jahren war die Geschichtswerkstatt gegründet worden, um eine Ausstellung über Uhlenhorst und Hohenfelde zu erarbeiten.
Zum 125-jährigen Jubiläum der St. Gertrudkirche gab sie eine Festschrift heraus. Die Geschichtswerkstatt veranstaltet Stadtteilrundgänge und Dia-Vorträge. Ihre Mitglieder beantworten gern alle Fragen zur Geschichte von Uhlenhorst und Hohenfelde.
Das nächste Projekt ist noch nicht angedacht, aber: „Uns fällt immer sehr viel ein“, erläutert Harald Gevert, der Gründer der Geschichstwerkstatt St. Gertrud.
Interessierte sind jederzeit willkommen. Wer mitmachen möchte, Anregungen oder Fragen hat, wendet sich an Harald Gevert unter der Telefonnummer 299 82 40. Man trifft sich immer donnerstags von 19 bis 21 Uhr. (ch)
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