Eine „Else“ für Hamburgs Alster

Anzeige
Die Congregation der Alster-Schleusenwärter bringt die Alsterschüte aufs Wasser Foto: wb

Die neue Alsterschüte aus Holz fährt ab Mai 2017

Von Silvia Stammer
Hamburg
Die Hamburger kennen ja so einige Schiffe auf der Alster: die Ausflugsdampfer der Alster Touristik, Ruder- und Segelboote. Doch im Mai 2017 wird ein ungewöhnlicher Kahn seine Fahrt aufnehmen, wie Alster Live exklusiv erfuhr: die Alsterschüte namens „Else". An fünf Wochenenden jährlich werden Rundfahrten vom Jungfernstieg aus mit dem ungewöhnlichen Holzboot durchgeführt, gerne gegen eine kleine Spende. Zu verdanken ist dies der Congregation der Alster-Schleusenwärter S.C. – S.C. steht für Symbolis Causa: Es geht allen, die sich dort engagieren darum, an Historie zu erinnern und Tradition lebendig zu halten.

Von Freddy bis Otto


Die Vereinigung, vor 35 Jahren von einigen findigen Journalisten und PR-Köpfen erdacht, würdigt Persönlichkeiten, die durch ihr Engagement im In- und Ausland buchstäblich die Schleusen zum Wohle Hamburgs geöffnet haben. Seither wurden von Sänger-Legende Freddy Quinn bis zum Stifter-Ehepaar Dorit und Alexander Otto zahlreiche Menschen mit dem Titel inklusive Plakette ausgezeichnet (siehe Kasten Seite 13). Milliardär und Mäzen Prof. Hermann Schnabel (Helm AG, 1921-2010) wurde die Ehre 2005 zuteil. Und er revanchierte sich im besten Sinne beim 25-jährigen Bestehen mit dem Nachbau einer Alsterschüte namens „Else", benannt nach seiner Frau. „Von sogenannten Ruderknechten bewegt, gehörten die Alsterschüten einst zum Bild der Stadt", erzählt Jens Wrage (72), Ex-Hadag-Chef und Gründungsmitglied des Comitees. Die Lust-Barken – welch schönes Wort – waren beliebt bei betuchten Hamburgern, um sich im 18. Jahrhundert an lauen Abenden bei Speis und Trank gemächlich übers Wasser bewegen zu lassen.

Mit Elektro-Antrieb


Doch wer rudert heute so ein tonnenschweres Boot? Rechtzeitig zum 35-jährigen Bestehen der Congregation in diesem Jahr kam von Else Schnabel die Zusage, die Alsterschüte mit einem Elektromotor ausstatten zu lassen. 25.000 Euro kostet der Umbau. Noch liegt die „Else" in Oortkaten auf der Werft, die Arbeiten sollen in Harburg stattfinden, im Frühjahr beendet sein. Jens Wrage: „Wir hoffen, im Mai das Schiff mit Frau Schnabel und vielen Ehrenschleusenwärtern präsentieren zu können." Apropos: Es darf niemand aus Politik oder Religionsgemeinschaft Ehrenschleusenwärter werden, um Proporz-Debatten zu vermeiden. Vorschläge und Ernennung sind dem sechsköpfigen Comitee vorbehalten. Nur der Hinweis, dass Siegfried Lenz sich freuen würde, wurde aufgenommen. Der Ruf zum Ehrenschleusenwärter muss einstimmig beschlossen werden. Daran scheiterte die Ernennung eines Mannes, der an der Alster wohnt: Udo Lindenberg.

Weitere Infos: Congregation der Alster-Schleusenwärter S.C.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige