Eine Schaukel für den Hansaplatz

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An dem Baum hing vor zwei Jahren die Hanna-Schaukel. Filmemacher Ulrich Gehner und Clara Langenbach setzen sich für eine neue Schaukel ein Foto: Grell
Hamburg: Hansaplatz |

Auf dem Platz in St. Georg soll wieder eine Schaukel hängen. Viele Auflagen der Behörden stehen dem im Weg

Von Karen Grell
St. Georg
Über den Hansaplatz ist selten etwas Gutes zu lesen. Häufig machen Gewalt, Drogen oder Geschichten über Verwahrlosung des bahnhofsnahen Platzes Schlagzeilen (das Wochenblatt berichtete). Vor zwei Jahren im Sommer hing dann plötzlich an einem Baum eine Schaukel. Obwohl keiner wusste, wer die Schaukel dort aufhängte, kam sie bei Anwohnern und Kindern gut an. Es war ein kleiner Schwung in die richtige Richtung. Anwohner vermuteten hinter der Schaukel eine Aktion zum anstehenden Stadtteilfest oder vielleicht auch Kunst, doch der Hintergrund war ein ganz anderer: Clara Langenbach und Stefan Lungwitz sind die Schaukel-Bauer: „Wir hatten die Schaukel für eine Mitbewohnerin aufgehängt, die damals aus unserer WG auszog und nach Stuttgart ging“, klären die beiden das Geheimnis am Hansaplatz auf.

Anwohner wollen Schaukel zurück

Hanna, die Freundin der beiden, hatte sich immer eine Schaukel auf dem Platz gewünscht, weil es so wenige Sitzgelegenheiten dort gebe. „Wir haben sie dann Hanna-Schaukel getauft und einfach an einem der Bäume befestigt“. Die Schaukel hing dann mindestens ein halbes Jahr und war schon zu einem festen Bestandteil des Platzes geworden“, erinnert Clara, dann wurde sie plötzlich abgeschnitten und lag direkt neben dem Baum, der sie Monate lang gehalten hatte. „Wir haben nie herausbekommen, warum die Schaukel plötzlich entfernt wurde“, so Clara, die weiß, dass die Reste des Spielgerätes jetzt bei Hanna in Stuttgart liegen. Doch das Verschwinden der Schaukel blieb nicht unbemerkt und viele der Anwohner, vor allem unter den Kindern, wünschten sich das Spielgerät zurück.

Viele Auflagen

Filmemacher Ulrich Gehner, der ebenfalls am Hansaplatz wohnt, macht sich jetzt für ein neues Schaukelprojekt stark und kämpft bei den Behörden um eine Genehmigung. „Wir würden dann im Falle der Genehmigung eine Haftpflichtversicherung abschließen“, so der Künstler, der schon eine neue Schaukel besorgt hat, die jederzeit aufgehängt werden könnte. „Wir hätten nicht vermutet, dass es so viele Auflagen gibt, um eine einfache Schaukel zu installieren“, ärgern sich auch Clara und Stefan, die selber beobachten konnten, wie beliebt die Schaukel war, als sie noch an ihrem Platz hing.

Schaukel wird verfilmt

Das ganze Drama rund um das Genehmigungsverfahren wird nun von Ulrich Gehner verfilmt werden. „Der Titel steht noch nicht fest, das wird sich im Laufe der Dreharbeiten ergeben“, lacht Gehner, der für seine kritischen Beobachtungen und interessanten Filmbeiträge im Stadtteil bekannt ist. Mit dem extra für die Sache komponierten Song „Sie hängt und schwingt“, von dem Hamburger Musiker Daniel Huss hat Ulrich Gehner zumindest den Soundtrack schon im Kasten.

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