Einfach einzigartig!

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Die Speicherstadt bei Nacht – Positionslichter ziehen farbige Spuren über den Kanal Foto: Sichting
 
1888 wurde der Schlussstein für die Speicherstadt am Brookstor gesetzt Foto: Speicherstadtmuseum

Zehn Fakten, warum die Speicherstadt zum Weltkulturerbe werden sollte

Von Mathias Sichting
City
Auf der langen Liste der touristischen Sehenswürdigkeiten Hamburgs steht sie weit oben: die Speicherstadt. Roter Backstein, zahlreiche Fleete, unzählige Brücken und Straßen sowie neogotische Architekturformen. Sie versprüht ein funktionsgerechtes maritimes Industrieflair und ist ein architektonisches Beispiel für eine dynamische Hafen- und Handelsmetropole. Das 1888 eingeweihte Gebiet stellt bis heute das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt dar. 1991 wurde die Speicherstadt unter Denkmalschutz gestellt. Jetzt soll sie zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt werden. Ein entsprechender Nominierungsantrag für die „Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus“ wurde im Februar 2014 vom Bund bei der UNESCO in Paris eingereicht. Im Sommer 2015 wird über den Antrag entschieden.
Das in enger Nachbarschaft befindliche Kontorhausviertel gilt als erstes reines Büroviertel Europas. Das Welterbekomitee der UNESCO tagt von Ende Juni bis Anfang Juli in Bonn und entscheidet über den Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste. Neben der Speicherstadt ist auch der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt nominiert. Warum gerade die Speicherstadt so besonders ist? Das Wochenblatt hat zehn Fakten zur Speicherstadt aufgelistet, die nicht nur die UNESCO-Jury überzeugen sollten.
- Die Speicherstadt steht auf den ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm auf Tausenden Eichenpfählen. Sie ist 1,5 Kilometer lang und bis 250 Metern breit und zieht sich von der Kehrwiederspitze und dem Sandtorhöft im Westen bis zum ehemaligen Teerhof bei der Oberbaumbrücke im Osten.
- Kaiser Wilhelm II. weihte 1888 an der Brooksbrücke den ersten Bauabschnitt ein. Der Bau der insgesamt 24 Speicherblöcke auf insgesamt 300.000 qm zog sich bis 1927 hin.
- Vor allem Kaffee, Kakao, Tee und Gewürze wurden früher verladen. Später zogen Teppichhändler in die Blöcke. In den Erdgeschossen wurde aufgrund der ständigen Flutgefahr nichts eingelagert, sie dienen als Verladeflächen.
- Die markanten Backsteinblöcke sind nach Buchstaben sortiert. Jedes Gebäude kann über die Straße und über die Fleete angesteuert werden.
- Im Zweiten Weltkrieg wurde mehr als die Hälfte der Speicherstadt zerstört. Bis 1967 wurden die meisten Blöcke nach historischem Vorbild wieder aufgebaut.
- Seit 2004 gehört sie zollrechtlich zum Inland. Zum 1. März 2008 wurde das Gebiet verwaltungsrechtlich mit dem Neubebauungsgebiet auf dem Großen Grasbrook zum Stadtteil HafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte erklärt.
- 20 Brücken verbinden die Speicherstadt mit der Altstadt und der HafenCity. 14 von ihnen stehen unter Denkmalschutz.
- Museen wie das Deutsche Zollmuseum, das Gewürzmuseum, das Speicherstadtmuseum und das Internationale Maritime Museum gehören neben den Attraktionen „Hamburg Dungeon“ und dem „Miniatur Wunderland“ (größte Modelleisenbahnausstellung der Welt) zu den Besuchermagneten.
- Kunst spielt eine große Rolle. Das Körber-Forum bietet Raum für Künstlergespräche, Lesungen und Präsentationen. Im „Theater in der Speicherstadt“ wird der „Hamburger Jedermann“ aufgeführt. Ein wechselndes Varieté-Programm bietet das „Kehrwieder-Theater“. Angehende Musical-Darsteller besuchen die Joop van den Ende Academy.
- Mit der HafenCity und der nahen Elbphilharmonie entwickelt sich die Speicherstadt weiter. Agenturen, Verlage und die Hafenbehörde haben hier ihren Sitz. Wohnen in der Speicherstadt ist theoretisch möglich, wegen des Hochwasserschutzes aber nur in Block E an der Kibbelstegbrücke. Wegen der hohen Investitionen wäre es dort jedoch sehr teuer.
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