Einstieg in die Planungen

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Christoph Berndt (l.) und Torsten Oppermann sprechen für die 15 Uhlenhorster Bürger, die die Initiativen bei der Planungswerkstatt vertreten Foto: mdt

15 Uhlenhorster verhandeln mit der Stadt über Maßnahmen zu Busbeschleunigung

Von Marco Dittmer
Uhlenhorst
Weniger Parkplätze, Baumfällungen und Tempo 30 – auf der Uhlenhorst verhandeln am Mittwoch Bürgerinitiativen mit Vertretern des Regionalausschusses über die Zukunft der Verkehrsführung auf dem Hofweg und der Papenhuder Straße, eine wichtige Verkehrsachse zwischen Winterhude und der Innenstadt. Auf dem Abschnitt könnten nämlich schon bald Verhältnisse wie aktuell auf dem Mühlenkamp herrschen. Dort bricht wegen der Baustellen zur Busbeschleunigung seit Wochen regelmäßig der Verkehr zusammen und Anwohner sind mit Maßnahmen wie zum Beispiel der Fußgängerinsel äußerst unzufrieden.
Torsten Oppermann und Christoph Berndt sind die Sprecher der 15 Uhlenhorster, die die Volksinitiativen in der Planungswerkstatt vertreten. Kurz vor den Verhandlungen machen sie deutlich: „Wir erwarten klare Zielvorgaben der Busoptimierung in Uhlenhorst. Gibt es diese nicht, wird mit uns kein Plan gemacht. Dann mobilisieren wir“, sagt Oppermann. Damit meint der Uhlenhorster, dass die Initiativen keine pauschalen Baumaßnahmen wie Verkehrsinseln, Fahrradstreifen und neue Verkehrsführungen akzeptieren, ohne deren Nutzen für die Papenhuder Straße und den südlichen Hofweg zu kennen. Die Wunschlösung der Initiativen wäre eine Tempo-30-Zone auf dem Teilabschnitt. „Dann wären Auto- und Radfahrer auf der Straße gleichberechtigt. Busse können hier ohnehin nicht schneller fahren“, sagt Berndt. Der 44-Jährige fährt jeden Tag mit dem Fahrrad in die Innenstadt. „Mit der Tempo-30-Zone würden die Radwege vom Bürgersteig verschwinden und die Händler und Gastronomen hätten wieder mehr Platz. Das würde die Papenhuder Straße deutlich beleben“, sagt der Geschäftsführer eines Internet-Preisvergleichsdienstes.

Planungswerkstatt ist Vorzeigeprojekt


Mit der Beteiligung an der Planungswerkstatt in Uhlenhorst macht der Bezirk im anhaltenden Protest um das Busbeschleunigungsprogramm einen weiteren Schritt auf die Bürgerinitiativen zu, schon am Mühlenkamp gab es Gespräche und eine Einigung mit der Initiative.
Das Uhlenhorster Projekt könnte Modellcharakter auch für andere Stadtteile in Hamburg haben, in denen sich Protest gegen die Baumaßnahmen regt. 15 Vertreter der Bürgerinitiativen „Runder Tisch Unsere Uhlenhorst“, „Unsere Uhlenhorst“ und des Hohenfelder Bürgervereins sitzen 15 Mitgliedern des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg gegenüber, jedes der 30 Mitglieder hat eine Stimme. In dem voraussichtlich dreistündigen Treffen soll ein mehrheitsfähiger Kompromiss gefunden werden, der einerseits die Kapazität der Metrobuslinie 6 erhöht – so die Forderung des Senats –, andererseits die Wünsche der Anwohner berücksichtigt.
Das bedeutet, dass ohne die Stimmen aus den Initiativen keine Lösung zustande kommt. Jedoch müssen die 15 Uhlenhorster die Vertreter des Regionalausschusses überzeugen, um eine Mehrheit für ihren Vorschlag zu bekommen. Für die fachliche Beratungen stehen der Planungswerkstatt Mitglieder des ADAC (Automobilclub), ADFC (Fahrradclub), der Polizei und der Verwaltung zur Seite, die Berater sind allerdings nicht stimmberechtigt.

Ergebnisoffener Dialog


Der Bezirk sicherte den Initiativen einen ergebnisoffenen Dialog und einen Planungsstopp bis zum Ende der Verhandlungen zu. „Die SPD, der Senat und der Bezirk haben die Bürgerbeteiligung auf der Uhlenhorst im Rahmen des Konsens zwischen SPD/Grüne und der Volksinitiative zum Vorzeigeprojekt gemacht. Insofern gehen wir nicht davon aus, dass die Politik dieses Versprechen bricht. Das wäre fatal“, sagt Christoph Berndt mit Blick auf die Planungswerkstatt.
Ob der Verkehrsinfarkt auf der Papenhuder Straße ausbleibt, ist fraglich. Schließlich stellte die Stadt klar, dass trotz der Gespräche die Busbeschleunigung kommen wird. Nur wie? Diese Frage wird am Mittwoch geklärt.
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