Elbmütter und -väter helfen in der Muttersprache

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Die Zertifikate konnten an die neuen Elbmütter und -väter vergeben werden Foto: Grell

Unterstützung für Menschen mit Migrationshintergrund beim Arzt und auf dem Amt

City/Rothenburgsort Menschen mit Migrationshintergrund, die Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen benötigen, sind oft auch auf Hilfe in der eigenen Sprache angewiesen. Gerade Behördengänge, ein Arztbesuch oder Fragen rund um die Kultur im neuen Land, sind schwer zu bewältigen, wenn man noch kein Deutsch spricht. Die Caritas hat deshalb einen Lehrgang angeboten, bei dem sich Interessierte zur Elbmutter oder zum Elbvater zertifizieren lassen können. Sinn des Projektes ist die Beratung von geflüchteten Menschen oder allen mit Migrationshintergrund, die gern in der eigenen Sprache beraten werden möchten. Seit 2014 gibt es das Projekt und bisher hat es bereits drei Schulungen gegeben. Erstmals waren auch zwei Männer unter den Kursteilnehmern. Durch die verschiedenen Sprachen, die unter den Teilnehmern neben deutsch gesprochen werden, ist auch das Sprachangebot bei den Beratungen sehr groß. „Die Elbmütter- und Väter sollen für Neubürger eine Lotsenfunktion übernehmen und ihnen ganz unbürokratische Hilfe anbieten“, erklären Inka Hansen und Ann-Christin Röver, Leiterinnen des Projektes. „Wir sind dann eine Brücke zwischen den Kulturen“. Hauptsächlich sind die Familien, die hier Unterstützung in Anspruch nehmen, arabisch sprachig. Die meisten der Elbeltern bringen ebenfalls einen Migrationshintergrund mit, leben aber schon viele Jahre in Hamburg oder wurden sogar hier geboren. Das Zertifikat für die Elbmütter und -väter gibt es nach dem dreimonatigen Kursus, der sie zu anerkannten Unterstützern für zugezogene Familien macht. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, und die Zeiten werden individuell abgesprochen. Jeder Helfer kann genau die Zeit anbieten, die er zur Verfügung hat. „Einige der Elbmütter haben selber kleine Kinder und sind noch zuhause“, erklärt Inka Hansen. „Wir haben bei der Schulung auch selber viel Neues gelernt“, beschreiben Fadna und Ghada ihre Eindrücke von dem gerade absolvierten Lehrgang, der sie zu zertifizierten Elbmüttern gemacht hat. Die ausgezeichneten Helfer bieten dann nicht nur Beratung im Büro der Caritas-Einrichtung am Billhorner Mühlenweg an, sondern vor allem auch vor Ort in den Familien oder in den Flüchtlingsunterkünften. „Es ist ein schönes Gefühl, anderen eine Stütze zu sein“, findet Suzan (32). Viele der heutigen Elbmütter und Elbväter waren auch einmal in der Situation, auf Hilfe angewiesen zu sein, aufgrund fehlender Sprachkenntnisse oder der mangelnden Kenntnis bei Behördengängen. „Wir alle hier wissen, wie schwer der Anfang in einem neuen Land ist und freuen uns, diese Menschen jetzt auf ihrem Weg begleiten zu können“. (kg)

Elbmütter, Billhorner Mühlenweg 1, Telefon 609 432 920, Donnerstag 9.30 bis 11.30 Uhr ohne Anmeldung
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