Frühling verbindet alles Sein

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"Liebe verbindet alles Sein" (Goethe) und der Frühling tut das auch ... (Fotos: Max Bryan)
 
Container auf dem Gelände der Hamburger St. Peter Gemeinde (Foto: Max Bryan)
 
Jedes Jahr im April werden die Container abgebaut und Hamburgs Obdachlose müssen zurück auf die Straße
 
Frühling ist Wachstum, Frühling ist Hoffnung ... Aufnahmen vom 16. April 2015
Goethe hat einmal gesagt: "Liebe verbindet alles Sein" und auch wenn das stimmt, der Frühling tut dies mindestens genau so, denn der Frühling ist überall, in Allem und Jedem. Er durchdringt die Dinge schon im Ansatz und weckt Gefühle, die im Winter verschüttet sind. Er fördert das Wachstum und das Sein, der Frühling ist etwas absolut Gutes, der Frühling ist Leben.

Aufnahmen vom 16. und 23. April 2015

Und so schön die Natur gerade auch neu erblüht, so heilsam wäre ein Konzept für Hamburgs Obdachlose, denn die reichste Stadt im Norden zählt - aktuellen Schätzungen zu Folge - wieder mehr als 2000 wohnungslose Menschen auf der Straße. Wie kann das sein?

2000 Obdachlose in der Stadt

Mit „großer Dringlichkeit“ will der neue Senat die Situation von Obdachlosen "verbessern", heißt es in einem 115 Seiten umfassenden Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen. Auch von einem sogenannten "Sofortprogramm" ist die Rede, wonach die SAGA nun wohl 200 neue Wohnungen speziell für Wohnungssuchende bereitstellen will. Nicht sofort, aber innerhalb der nächsten Jahre - 200 Einheiten pro Jahr - so der Plan. Warum die Obdachlosen dennoch - und wie jedes Jahr zum Frühjahr - aus den fürs Winternotprogramm bereitgestellten Containern wieder ausziehen müssen, bleibt für Viele ein Rätsel.

Container als Touristen-Hotels?

Einem Bericht des Straßenmagazins Hinz & Kunzt zu Folge, sollen die Container der Obdachlosen - während der Sommermonate - umgewandelt werden - in - man höre und staune - "Touristen-Hotels", von einer Nutzung als "Hostel" ist die Rede (Quelle: Hinz & Kunzt) und wenn dem tatsächlich so wird, wäre das geradezu beschämend, angesichts der Not vieler Betroffener.

http://www.hinzundkunzt.de/soforthilfe-fuer-obdach...

Wer nicht spurt, der "fliegt"

Ähnliche Zustände sind mir aus sogenannten "Container-Dörfern" bekannt, wonach Obdachlose, die sich nicht an die Regeln halten, gnadenlos wieder vor die Tür gesetzt werden, ein Sonderbericht zu diesem Thema ist bereits in Arbeit.

Echte Chancen sind rar

Ich selbst habe 2010 in einem solchen Container gelebt - 6 Wochen - in der Gemeinde St. Peter in Groß Borstel, bevor auch dieser Container abgebaut wurde - damals - am 30. April 2010 - und nie werde ich vergessen, wie er dann am Haken hing, der riesige Lastwagen ihn abholen kam, mein einziges Zuhause und wieder war es weg, nachdem ich im März schon die Wohnung verlor - wegen Eigenbedarf - wohlbemerkt. Parallelen wurden wach und wieder müssen Obdachlose ausziehen, weichen anderen Interessen der Stadt, eine Nutzung für zwischendrin, die Geld bringt, zwischen Frühjahr und Winter, die Ärmsten der Stadt machen Platz für zahlende Gäste, muss das sein?

Klar braucht die Stadt Geld und Touristen bringen im Zweifel mehr ein, als die Obdachlosen - und dennoch - wäre es so wichtig, gerade diesen Menschen auch langfristig eine Perspektive zu bieten, sie ohne Wenn und Aber zu betreuen, nicht jeder handelt so vorbildhaft wie meine Wirtin - 2012 nahm sie mich auf - ich verdanke ihr Alles, am Ende auch mein Leben.

Danke sagen

An dieser Stelle möchte ich noch einmal Danke sagen, für die überragende Anteilnahme am Tod von Heinke von Löw (†93). Ihr Leben hat bewegt - ihr Sterben tat es auch und ich bin immer noch überwältigt von der Vielzahl der Zuschriften auch offline. Noch bis weit in den März hinein gab es Rückmeldungen aus allen Teilen des Landes und sogar bis aus dem fernen Jerusalem (Elazar Benyoëtz). Eine Zusammenfassung aller Kommentare und Reaktionen findet sich hier -->
https://maxbryan.wordpress.com/2015/03/15/nachruf-...

Dort auch eine überarbeitete Kurzfassung meines Nachrufs für Heinke von Löw (†93) mit weiteren Kommentaren auch aus anderen Quellen.

Überwältigende Anteilnahme am Tod von Heinke von Löw (†93)

"Vollendet und vollbracht. Sie verfassten einen Nachruf mit lebendigen Farben.
Es ist das heitere Nachzittern eines großen Lebens, das sich beibrachte,
allem zugewandt Abschied zu nehmen. Ihr Nachruf ist nicht zu übertreffen"
, schreibt einer der vielleicht bedeutendsten Aphoristiker unserer Zeit - Elazar Benyoëtz - und das freut mich sehr - dass so viele Menschen daran Anteil nehmen und die Trauer auch teilen. Dutzende Zuschriften auch von Leuten, die Selbes schon durchlebt haben, die selbst auch Trost suchen. Geteiltes Leid ist halbes Leid und Trost und Zuspruch kann helfen Trauer zu überwinden - das ist nicht neu. Niemand muss heute mehr allein sein mit seinem Schmerz. Das Internet lässt uns alle verbinden und die Liebe verbindet alles Sein - garantiert!

Dutzende Zuschriften

Mehr als 100 Zuschriften gab es allein auf diesen Nachruf und die Meisten sind einfach nur dankbar, dass es diese Bilder im Internet auch gibt, auch wenn sie Frau von Löw kaum oder gar nicht kannten. "Der Mehrwert liegt schon im Mut des Betrachters es Menschen wie Heinke von Löw gleich zu tun."

https://www.facebook.com/notes/max-bryan/fr%C3%BCh...

So schrieb Eva M. in Reaktion auf diesen Nachruf: "Ich habe diese gute Frau nie kennengelernt aber diese Bilder und Worte haben sie mir lebendig gemacht" und Susanne H. fügt hinzu: "Nimm es zum Anlass in ihrem Sinne weiter zu machen", eine große Aufgabe, der ich mich gerne stellen will und gerne will ich meinen Beitrag leisten, der Nachhaltigkeit dienen, zum Mehrwert auch der Anderen.

Hoffnung schenken

So viele Menschen, die verzweifelt schon seit Jahren auf der Suche sind, nach Chancen und Chancengebern und die so oft schon übergangen und enttäuscht wurden. Ihnen will ich zurufen - GEBT NICHT AUF - HALTET DEN KURS - "Glaubt an Euch und Euer Glück und Ihr werdet es finden!", Beispiele hier --> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/cleeberg-... ("Cleeberg und die Dörfer").

Und hier: --> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/14-etappe...
(Weihnachten nicht allein)

Ein Mutmacher für Jeden, an sich und sein Glück zu glauben, auch wenn das Alles ganz oft auch ganz schwierig ist. Wer Not und Armut am eigenen Leib schon erfahren hat, der wird wissen, wie schwer es ist, aus Null überhaupt mehr zu machen und den Glauben zu bewahren, an ein besseres Leben danach.

Erfolg woraus?

Jesse Owens hat einmal gesagt: "Um Erfolg zu haben, brauchst Du nur eine einzige Chance" und nicht immer trifft das zu. Manchmal braucht es auch mehr - zwei, drei oder vier Chancen, egal wie oft, höre nie auf Chancen zu vergeben, dann findet Jeder noch sein Glück!

1400 Bilder

Es daurte 8 Wochen, das Material allein nur vom Gartenhof zu sichten und zu selektieren. 1400 Bilder stehen online - Standbilder aus 200 Stunden Material und diese Bilder zeigen auch, dass es sich lohnt, für sein Glück zu kämpfen - nie aufzugeben - den Kurs zu halten - egal was passiert und egal wo man steht. Ich selbst habe nie aufgehört zu schreiben - egal wo ich war und am Ende wurde noch so Vieles mehr daraus.

https://maxbryan.wordpress.com/#jp-carousel-1761

Diese Bilder lassen "menschlich Wertvolles und Erfahrungen von positiv Mitmenschlichem weiter wirken", schreibt Kirsten M. aus Hamburg und eine Freundin fügt hinzu: "Diese Bilder machen Mut sich selbst auch einzusetzen" und "Jeder Mensch kann dazu beitragen, Liebe und Hoffnung in die Welt zu senden", schreibt Barbara Sabine N. auf Facebook.

https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-h...

Es geht um Chancen

"Höre nie auf Chancen zu vergeben" und "Höre nie auf an Dein Glück zu glauben!" - schon das zeigen diese Bilder und der Weg dahin war weit. Er begann hier ... --> https://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo ... (mein schwächster Moment in 2011).

18 Monate suchte ich (damals) in Hamburg nach einer Wohnung - vergebens - als Nummer 10 der Auswahl war ich immer nur der Letzte in der Reihe - chancenlos - und was blieb, war nur mein Fahrrad, das hat mich gerettet - aus der Schwäche - und nun bin ich hier, im Paradies - Dank Menschen wie ihr - Heinke von Löw†, die mich aufnahm, trotz meiner Schwächen. Sie gab mir die Zeit und den Raum an den Aufgaben zu wachsen und nicht Jeder hätte das getan. Jeder (der kann) sollte anderen Menschen helfen - in Hamburg wie in München, in Frankfurt wie in Köln, wenn Jeder so etwas tut, gäbe es viel mehr Hoffnung auf der Welt und viel weniger Kummer.

Appell an alle Chancengeber

Und deshalb ist dieser Bericht auch nicht nur ein Denkmal für ein großartiges Lebenswerk einer engagierten Erdbehüterin, sondern auch ein Appell an alle Chancengeber dieser Welt - es Menschen wie Heinke von Löw (†) gleich zu tun - Schwächere aufzunehmen - selbstlos - vorurteilsfrei - "Schaue her, ich sehe nur Dich und sonst nichts um Dich herum, ich sehe nicht Deine Armut und nicht das, was Dir anhängt, ich sehe nur Dich und den Menschen in Dir" - schon darum geht es und gern will ich das hier mit Euch teilen - möchte Menschen für Menschen begeistern und auch Andere ermutigen, an sich und ihr Glück zu glauben!

https://www.facebook.com/notes/max-bryan/sag-mir-w...
(Sag mir, was ist Armut?)

Als wir noch klein waren, lernten wir lesen und schreiben und niemand von uns wusste, was später mal aus uns wird. Keiner von uns hatte auch nur annähernd eine Vorstellung davon, was uns erwartet und Keiner - ich betone - wirklich NIEMAND - wird als "Penner" schon geboren. Wir alle sind das Produkt unserer selbst - und das unserer Umwelt - in die wir hinein wachsen, in die wir hinein geboren und hinein gestoßen werden, die uns formt und ereilt, auf der uns allen durchdringenden Suche nach Glück.

Möge es denen zu Teil werden, die heute noch auf der Straße leben, die nach 5 Monaten Container wieder zurück müssen auf Selbige, zurück ins alte Ich - im Dasein des Bettlers - konträr dem Geiste der Liebe, vergessen, verfrachtet und verraten, von Menschen, deren Aufgabe es (eigentlich) war, sie zu retten und nicht nur zu schönen. Es ist die Stadt der tausend Millionäre, die immer noch nicht im Stande ist, die vergessenen Seelen dieser Stadt zu retten, zu lenken und zu führen - hin zu einem Ort des Friedens.

Max Bryan
30. April 2015
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