„Für Radstadt Geld versenkt“

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In der HafenCity will die Stadt einen nahezu nagelneuen Radweg auf die Straße verlegen – das kostet mal eben 444.000 Euro. Anwohner protestieren Symbolfoto: thinkstock

Anwohner und Radler protestieren

Neustadt Anwohner und Fahrradfahrer in der Hamburger HafenCity laufen Sturm. Dort will die Stadt einen nahezu nagelneuen Radweg auf die Straße verlegen – das kostet mal eben 444.000 Euro. Deshalb müssen auch 14 Bäume umgepflanzt, vier Beleuchtungsmasten versetzt und die Entwässerung angepasst werden. Die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen begründet dieses Vorhaben damit, dass es seit 2009 eine geänderte Rechtslage gebe, die es erlaubt, Radwege auf die Straße zu verlegen. Doch erst 2012 wurde der betroffene Radwegabschnitt noch nach alten Vorgaben auf dem Bürgersteig fertiggestellt. Auch auf diesen Fall von Geldverschwendung macht jetzt der Bund der Steuerzahler in seinem 43. Jahrbuch aufmerksam.
Um Radfahrer im Allgemeinen geht es auch im zweiten Hamburger Fall aus der Innenstadt, der dem Bund der Steuerzahler bitter aufstößt: Auf Geheiß des Bezirksamts Mitte wurde an einem Radweg am Ostufer der Alster in Höhe der Gurlittinsel ein Fahrradzähler aufgestellt. Die Säule zählt Radfahrer sowohl tagesaktuell als auch über das gesamte Jahr. Den Zweck des Zählers beschreibt das Bezirksamt beispielsweise mit der „Ablesbarkeit eines über mehrere Jahre andauernden Trends und der Klärung der an der Alster benötigten Infrastruktur zur Herstellung beziehungsweise Wahrung der Verkehrssicherheit“. Der Kauf und die Installation des Radzählers haben nach Recherchen des Steuerzahlerbundes 31.384,39 Euro gekostet. (to)
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Rainer Stelling aus St. Georg | 02.11.2015 | 12:59  
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