Gefährden Bus-Pläne Kinder in Hamburg?

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Aileen, Samuel, Rosa und Isidro von der Domschule St. Marien nutzen die Ampel an der Danziger Straße auf ihrem Schulweg. Ob ein Überqueren via Sprunginsel genau so sicher ist?Foto: kg

Ampel soll Beschleunigungsprogramm weichen. Weitere Kritik an Gesamtprojekt

St. Georg. Für Bettina Kuhn ist die Sache klar: „Die Grundschüler haben noch gar keine Erfahrung im Straßenverkehr und können ohne die bestehende Ampel die Lange Reihe nicht sicher überqueren“, argumentiert die Leiterin der Domschule St. Marien gegen den geplanten Umbau der Langen Reihe. Wie berichtet, ginge die Umsetzung des Busbeschleunigungsprogramms mit erheblichen Veränderungen einher. Die Kinder der Domschule sind besonders betroffen: Die Ampel an der Danziger Straße ist für viele von ihnen Teil des Schulwegs. Sie würde dann durch eine sogenannte Sprunginsel ersetzt werden.
Zu diesem Thema hatte der Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Mitte kürzlich eine öffentliche Anhörung veranstaltet. Rund 150 Besucher waren erschienen. Nachdem die Verantwortlichen des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), des HVV und des Planungsbüros das Projekt vorgestellt hatten, äußerten die Bewohner Kritik. Moniert wurde nicht nur der Wegfall von zwei Ampeln. Für Michael Schwarz vom Stadtteilbeirat, der selbst in der Langen Reihe wohnt, stellte sich die Frage nach der wirtschaftlichen Verhältnismäßigkeit: „1,3 Millionen Euro für die Einsparung von zwei Minuten Fahrzeit – wo steht das im Verhältnis?“ Er bezweifelt auch die Wirksamkeit der Maßnahme, weil die Busse künftig statt in Buchten auf der Straße halten sollen: „Wenn der erste Bus auf der Straße hält, entsteht ein Rückstau und die nachfolgenden Busse dann logischerweise im Stau.“
Der hätte zudem mehr Lärm und mehr Abgase zur Folge. „Was passiert“, ergänzte Martin Streb vom Bürgerverein St. Georg, „wenn ein Bus hinter einem Fahrrad fährt?“ Durch die vorgesehenen Mittelinseln könne der Radfahrer wahrscheinlich gar nicht mehr überholt werden. Susanne Buhl (SDP), Vorsitzende des Verkehrsausschusses, will dem Gremium die Kritik der Anwohner vorstellen. Änderungen an dem Konzept seien noch möglich, sagte sie. (kg)
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