Gegen Leerstand

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Hunderte protestierten am Wochenende in der Innenstadt gegen den Mietwahnsinn in Hamburg. Leerstand soll bewohnt werden und die Viertel von marktorientierter Politik verschont bleiben.Foto: Grell

Demo für günstigen Wohnraum

City. Vom Hachmannplatz aus startete am vergangenen Sonnabend eine Großdemonstration gegen steigende Mieten und Wohnungsnot in der Stadt, zu der unterschiedlichste Organisationen aufgerufen hatten. Der Zug, der durch die Innenstadt ging, endete an den ehemals besetzten Häusern der Hafenstraße im Stadtteil St. Pauli, die an diesem Wochenende „25 Jahre Barrikadentage“ feierten. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 2800 Bürger daran teil. Mit Sprechchören und Transparenten plädierten die Demonstranten für sozialen. „Wohnst du noch oder suchst du schon?“, lautete zum Beispiel eine Aufschrift. Gerade in St. Georg sei ein ganzes Viertel von Umstrukturierungen bedroht, die den Stadtteil am Hauptbahnhof in eine festgelegte Richtung drängen wollten. St. Georg werde zunehmend zu einem Schickimicki-Quartier umgestaltet, in dem immer mehr Wohnungen zu Eigentum umfunktioniert und die Mieter somit aus ihren Wohnungen verdrängt würden. Kurioserweise nehme aber auf der anderen Seite auch der Leerstand in vielen Hamburger Stadtteilen zu. „Das passt nicht zusammen“, meint ein Demonstrant, der befürchtet, dass in den nächsten Jahren immer mehr Menschen in die Wohnungslosigkeit gedrängt werden könnten. Die Demonstranten forderten deshalb zusätzlichen Wohnraum für Geringverdiener und die Entkriminalisierung von Besetzungen leer stehender Häuser. Wohnen sei ein Recht für alle und Leerstand nicht hinnehmbar. (kg)
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