Gegen Übergewicht

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Margarete Nowag leitet das Projekt rund um die Ernährung und hilft Jugendlichen ihre Essgewohnheiten zu verändern.Foto: Grell

Unterricht: Schüler lernen Essgewohnheiten zu verändern

St. Georg. Wenn Kinder und Jugendliche zu dick sind, dann wird entweder an ihrem Essverhalten herumgemeckert und ihre fehlende Bewegung beanstandet oder die Eltern mit bösen Blicken bestraft. Dass aber vor Allem auch die Produktion von fetten Produkten und die Erfinder der Computerspiele dafür gesorgt haben, die heutige Generation immer fülliger werden zu lassen, davon sprechen die wenigsten. Ein Ernährungsprogramm mit dem Namen „move&eat&more“ ist deshalb nun an den ersten Schulen zum freiwilligen Unterrichtsfach im Nachmittagsprogramm geworden, um den Kids zu helfen, ihre Gewohnheiten beim Essen zu verändern. Und auch, um die Werbung zu verstehen, die Lebensmittel anpreist, die dick machen und gar nicht so gesund sind, wie sie es nach außen versprechen. Erik Steenhuss ist seit September dabei und kommt einmal in der Woche in die Heinrich-Wolgast–Schule nach St. Georg, da es an dem Gymnasium, das er besucht, kein vergleichbares Konzept gibt. Von dem, was er bei dem Ernährungsprogramm gelernt hat, kann er im Alltag profitieren. Das Therapieprogramm für übergewichtige Kids sorgt mit jeweils einer Stunde Sport für die passende Bewegung und erklärt in der Ernährungsstunde den Sinn der Lebensmittelpyramide, den Unterschied zwischen guten und schlechten Fetten und die Wichtigkeit von Vitaminen in Obst und Gemüse.
„In der Gruppe macht das einfach total viel Spaß“, findet Erik, der schon selber kleine Vorträge über Lebensmittel halten könnte, so gut weiß er Bescheid. „Dick macht oft auch das Essen nebenbei“, weiß Margarete Nowag, die das Projekt leitet. Wer am PC sitzt und spielt, der merkt gar nicht, was er alles so ganz nebenbei aufisst. „Ich habe auch gern Süßigkeiten gegessen“, erinnert Erik, der heute auf gar keinem Fall ganz aufs Naschen verzichten muss, nur eben die Mengen richtig einzuschätzen gelernt hat. „Oft sind die Portionen einfach zu groß“, bedauert Margarete Nowag, und „immer erst den Teller aufessen, das gilt heute absolut nicht mehr.“ Wer genug gegessen hat, der sollte aufhören, egal, wie groß die Portion berechnet ist. Das Programm gegen Übergewicht und für mehr Bewegung ist für Kinder ab acht Jahren gedacht und wird von den Krankenkassen bezuschusst. Im Vordergrund des Unterrichts rund um die Lebensmittel stehen dabei allerdings nicht nur die Gewichtsreduzierung, sondern auch das Zurückgewinnen von mehr Selbstbewusstsein und der Umgang mit Mobbing und dem schlechten Gewissen.
Die Eltern der überge-
wichtigen Kids sind in das Programm mit einbezogen und „Ich selber schreibe jetzt immer ein Protokoll von allem, was ich am Tag gegessen habe“, erklärt Erik seinen Plan auf dem Weg zum Idealgewicht und der Versuchung, wenn Lebensmittel auf dem Tisch stehen, die nicht zu diesem Plan passen. (kg)

Nächster Infoabend zum Ernährungsprogramm, 3. April, 18 Uhr,
Heinrich-Wolgast-Schule, Greifswalder Straße 40, Eintritt frei.
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