Geklärt! Wie Hamburg entstand

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Die Hammaburg ins heutige Hamburg hineinkopiert. Diese Darstellung ist am Speersort zu sehenFoto: Hanke

Das Buch „Hammaburg – Wie alles begann“ schildert anschaulich die Gründungsgeschichte unserer Stadt

Hamburg Die Geschichte der Entstehung Hamburgs wurde neu geschrieben – in einem Buch. Das Archäologische Museum Hamburg hat eine Zusammenfassung der bahnbrechenden Neuigkeiten um Hamburgs Anfang in einem lesens- und wegen der vielen Abbildungen, Karten und Computer-Animationen sehr sehenswerten Buch von 144 Seiten herausgegeben. „Hammaburg – Wie alles begann“ ist kein archäologisches Fachbuch. Es erläutert in Kurzform und sehr anschaulich, was Archäologen und Historiker in den vergangenen Jahren herausgefunden haben. „Mit den neuen Erkenntnissen konnten die Archäologen nun erstmals eine lückenlose Besiedlungsgeschichte von der Gründung Hamburgs bis in die Gegenwart nachweisen und die historische Hammaburg identifizieren“, fasst Rainer Maria Weiss, der Direktor des Archäologischen zusammen. Die Neuigkeiten: die Hammaburg stand wirklich dort, wo man sie immer vermutet hatte: auf dem Domplatz.

Es gab drei Burgen


Es gab aber drei Hammaburgen, die hintereinander erbaut und immer größer wurden. Ihr Nachfolger war die Neue Burg auf der Fläche der alten Nikolaikirche und des Hopfenmarktes, die früher errichtet wurde als vermutet. Die von dem Chronisten Adam von Bremen erwähnte Alsterburg, die es in der Zeit zwischen Hammaburg und Neuer Burg oder auch gleichzeitig mit der Neuen Burg gegeben haben soll, hat nie existiert. Schließlich: der vermeintliche „Bischofsturm“, dessen Reste am Speersort besichtigt werden können, gehörte nicht zu einer Befestigung des Erzbischofs von Hamburg-Bremen, sondern war der nördliche Teil des ersten Hamburger Stadttores, des Marientors, der einzigen Öffnung im Heidenwall, einer nach dem Abbau der letzten Hammaburg errichteten Befestigung an der gefährdeten Ostseite der Stadt. Aus der Sicht auf dieses Tor hat sich vermutlich das Hamburger Stadtwappen entwickelt, das einen Kirchturm zwischen Tortürmen zeigt: der Turm des Doms zwischen den Türmen des Marientors. Die enge Zusammenarbeit von Archäologen und Historikern sowie neue Techniken in der archäologischen Arbeit und die Möglichkeit an zwei entscheidenden Stellen in der Hamburger Altstadt zu graben, führten zu diesen fundamentalen neuen Ergebnissen. So konnten Erkenntnisse des Archäologen Reinhard Schindler, der 1949 erstmalig Fundstücke der Hammaburg ausgegraben hatte, korrigiert werden. Schindler hatte zwei Wälle ausfindig gemacht, die er einer Hammaburg als Außen- und Innenwall zugerechnet hatte. Jetzt wurde klar: der innere Wall von rund 50 Metern Durchmesser war die Begrenzung der ersten Hammaburg aus sächsischer Zeit, aus dem 8. Jahrhundert, die vermutlich zwischen 817 und 822 erweitert wurde. Von dieser zweiten Hammaburg aus der Zeit des Missionars und Bischofs Ansgar stammt der äußere Wall von etwa 75 Metern Durchmesser. (ch)

„Hammaburg – Wie alles begann“ im Buchhandel für 19.90 Euro
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