Großbaustelle an der Hamburger Alster

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Die Hohenfelder Brücken (siehe Pfeile) im Straßenzug An der Alster, Schwanenwik, Mundsburger Damm müssen abgerissen und neu gebaut werden. Dem Verkehrsknotenpunkt drohen fünf Jahre Bauarbeiten Foto: FHH
 
Die betroffenen Brücken von der Wasserseite: Ein Provisorium soll ab Mai gebaut werden. Der zuständige Landesbetrieb Straßenbau stellte die Pläne jetzt im Regionalausschuss vor Foto: Hanke

Ab Mai werden marode Brücken behelfsweise ersetzt. Jahrelange Arbeiten?

Von Christian Hanke
Hamburg. Liebe Autofahrer, jetzt müsst ihr ganz tapfer sein: Bald wird´s ungemütlich an einer der größten Hamburger Straßenknoten! Die Kreuzung An der Alster, Sechslingspforte, Mundsburger Damm, Schwanenwik wird „überplant“.
Hinter diesem harmlos klingenden Fachbegriff der Straßenbauingenieure verbergen sich nicht selten monate- oder gar jahrelange Verkehrseinschränkungen, verbunden mit Umleitungen und Staus.

Pläne im Regionalausschuss

Der Hauptgrund für die Arbeiten an diesem viel befahrenen Knoten: die beiden Hohenfelder Brücken im Zuge der Alster / Schwanenwik, Mundsburger Damm über den Kanal zur Hohenfelder Bucht sind marode. Die 1875 erbauten und 1956 durch aufgesetzte Betonbalken erneuerten Brücken werden durch Neubauten ersetzt.
Zunächst wird ab Mai für die Dauer von vier bis fünf Monaten eine provisorische Brücke zwischen den beiden abgängigen Bauwerken errichtet. Zwei Vertreter des Landesbetriebes Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) haben jetzt alle mit dem Bau der Behelfsbrücke zusammenhängenden Planungen im Regionalausschuss vorgestellt. Zwei Punkte stießen dabei zum Teil auf erhebliche Kritik der Abgeordneten.

Haltestelle wird verlegt

Die Ausschussmitglieder sahen die geplante Verlegung der Bushaltestelle Graumannsweg stadteinwärts in den Mundsburger Damm und die beabsichtigte Fällung von zehn Bäumen für das Baustellengelände im Bereich Buchtstraße / Schwanenwik äußerst kritisch.
„Das geht nicht. Dann bricht alles zusammen“, kommentierte Claus-Joachim Dickow (FDP) die geplante Verlegung der Bushaltestelle. Zum einen weil der Verkehr sich hinter einem Busstop im Mundsburger Damm erheblich stauen würde, zum anderen, weil, so Dickows Beobachtung, die Haltestelle Graumannsweg vor allem von Süden aus genutzt wird, die Nutzer also bei einer Verlegung einen weiteren Weg zurücklegen müssten.
Dagmar Rams (CDU) hielt eine in den Mundsburger Damm verlegte Haltestelle für überflüssig, weil der Abstand zum nächsten Stop an der Mundsburger Brücke viel zu kurz sei: „Dann kann man die Haltestelle gleich ganz wegfallen lassen.“
Der größte Aufreger im Ausschuss aber war die Absicht, zehn Bäume zu fällen.

Bäume werden gefällt

Auch die Information der LSBG-Vertreter, diese Bäume seien laut Bezirksamt Hamburg-Nord in zwei bis drei Jahren ohnehin abgängig, überzeugte die Abgeordneten nicht. Der LSBG wurde beauftragt, über eine Lösung ohne oder zumindest weniger Baumfällungen nachzudenken.
Die Neuordnung der Kreuzung An der Alster / Schwanenwik / Sechslingspforte dient aber nicht nur dem Verkehr, sondern soll auch der örtlichen Bevölkerung zum Vorteil gereichen. „Hier besteht ein Potenzial für die Anwohner als Naherholungsgebiet, das es derzeit nicht ist“, erläuterte Dietmar Gehrt vom LSBG.

Verkehrsknoten soll verbessert werden

Hohenfelde soll durch den Ausbau von Grünflächen, Rad- und Fußwegen näher an die Alster angebunden werden. In einem Workshop des LSBG, der „bei allen Beteiligten gut ankam“, so der SPD-Abgeordnete Martin Badel, haben Fachleute, Kommunalpolitiker und Bürger erste Vorstellungen entwickelt.
Die Planung für das Provisorium wird nun mit der Polizei abgesprochen. Ein Architekturbüro begleitet den weiteren Planungsprozess. Das Provisorium könnte fünf Jahre Bestand haben. Wann mit der Neugestaltung des Verkehrsknotens begonnen werden kann, steht noch nicht im Detail fest.
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