„Guck ma“

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Mit der Fotoarbeit „Blood Bananas“ beeindruckte der 18-jährige Luca Groß.Fotos: Grell

Fotowettbewerb: Wie Schüler Fairness und Fair Trade sehen

City. Mit der Frage „Was ist eigentlich fair“ haben sich über 180 Hamburger Schüler zwischen 12 bis 19 Jahren ein halbes Jahr lang beim großen Fotowettbewerb „Guck ma – Fotos für Fairness und Fair Trade“ auseinandergesetzt. Ihre Visionen zeigten sich jetzt in ungewöhnlichen Fotos, die im Rathaus ausgestellt und prämiert wurden. Unterstützung erhielten die Schüler bei ihren Arbeiten von dem Aktionsbündnis „hamburg mal fair“, das den Wettbewerb gestartet hat, sowie von ihren Lehrern und einem Team aus Profifotografen. Die feierliche Präsentation der Arbeiten und die Preisverleihung fanden jetzt im Kaisersaal des Rathauses statt, wo Dr. Dorothee Stapelfeldt, die zweite Bürgermeisterin der Stadt, die Teilnehmer und Preisträger für ihr Engagement und die tollen Bilder lobte.
„Der Fotowettbewerb „Guck ma“ ist beispielhaft für ein Bildungsprojekt, das nicht nur ein wichtiges Thema aufgreift, sondern auch kreatives Denken fördert und dabei richtig Spaß macht.“ Es sei ihr besonders wichtig, dass sich junge Menschen mit den Themen Fairness und fairem Handel auseinandersetzen, betonte die zweite Bürgermeisterin. Die Darstellungen zum Thema Fairness und fairer Handel waren nicht nur in der Ideenvielfalt ganz unterschiedlich, sondern auch in der Umsetzung ganz verschieden bearbeitet. Besonders häufig allerdings symbolisierte die Banane die Ungerechtigkeiten beim internationalen Handel. Ob mit künstlichem Blut beschmiert, als Zeitbombe getarnt oder einfach von Playmobil-Männchen in Szene gesetzt, die Banane war der absolute Renner unter den Schüler-Fotografen. „Schokolade – aber fair bitte“ hätte der Titel vieler anderer fotografischer Arbeiten der Teilnehmer heißen können.
Schokolade geschmolzen auf dem Kopf zerlaufen, Schokolade als unerreichbares Gut der Kakao–pflücker oder als Luxusartikel auf einer blühenden Blumenwiese, die Schüler haben sich einiges einfallen lassen, um zu verdeutlichen, wo die Ungerechtigkeiten im Handel versteckt liegen. Gelernt haben sie dabei viel. „Ich esse jetzt nicht mehr so ganz unbewusst ein Stück Schokolade“, erklärt einer der Preisträger, „Sondern mache mir auch Gedanken darüber, wo die Schokolade herkommt und wer die Kakaobohnen eigentlich gepflückt hat. „Während wir hier unsere Preise in Empfang nehmen, arbeiten an anderer Stelle Kinder auf Plantagen, die nie eine Schule besuchen werden.“ Im Gespräch wird schnell klar, dass hier nicht nur großartige Reportage-Fotos und Kunstwerke entstanden sind, sondern auch ein neues Bewusstsein gegenüber dem fairen Handel entstehen konnte. „Hamburg ist eine Handelsstadt und damit auch verpflichtet, sich um die Hintergründe zu kümmern“, so Fredericke Seidel, die Koordinatorin der Veranstaltung. Die Preisträger erhielten für ihre Leistungen Gutscheine für Fair Trade Produkte. (kg)

Vom GanztagsGymnasium Klosterschule erhielten je einen Hauptpreis: Charlotte Borstelmann (16) für ihr Foto „Fairbindet“, Paolina Wandruszka (18) für ihren Beitrag „Fairliebt“, Luka Groß (18) für: „Blood Bananas“ und die Abiturienten der Profilklasse „Kunst und Kultur“ mit ihrer Gruppenarbeit „Fairbrecher?“ Weitere Hauptpreise gewannen Finn Marweg ( 17) vom Gymnasium Kirchdorf/ Wilhelmsburg für seine Arbeit „Gerecht geht anders“ und Leon Thomas (12) von der Ida-Ehre-Schule mit seinem Beitrag „Was macht einen Keks glücklich?“ Mehr Infos unter: www.hamburgmalfair.de/guckma
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