Hallo, Taxi!

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Student Johannes Mentzel kutschiert nicht nur Touristen durch Hamburgs City. Foto: Grell

Student Johannes und sein Nebenjob auf zwei Rädern

Von Karen Grell
City. Johannes Mentzel ist Student für Ingenieurwesen in Harburg, wohnt im grünen Stadtteil Wilhelmsburg und ist selbstständiger Fahrradtaxi-Fahrer. „Moin Moin wollen Sie Hamburg per Fahrrad erleben?“ Johannes ist hauptsächlich am Wochenende zwischen Rathaus, Hauptbahnhof und Alster unterwegs und zeigt Touristen und alt eingesessenen Hamburgern die schöne Stadt an der Elbe. Noch vor ein paar Jahren lebte der junge Student in Afrika, machte dort einen selbst organisierten Freiwilligendienst an einer Schule für behinderte Kinder und lernte schließlich in Äthiopien seine jetzige Frau Feveselam kennen und brachte sie mit nach Hamburg, wo er studieren wollte. Ob die beiden auch nach dem Studium und der Geburt der Tochter noch in Hamburg bleiben wollen, wissen sie nicht, aber „jetzt fühlen wir uns hier sehr wohl“, so der angehende Ingenieur. Auf den Nebenjob als Fahrer eines Fahrradtaxis kam Johannes Mentzel durch eine Anzeige im Internet. Draußen unterwegs und dazu noch sein eigener Chef sein, das hatte Johannes sofort angesprochen. Am Wochenende ist der 27-Jährige manches Mal bis zu 10 Stunden an der Pedale. Bei schönem Wetter muss er den Tag voll ausnutzen und trifft meist auf viele Touristen, die Hamburg gern auf diese Weise erleben wollen. „Wir von den Fahrradtaxis sind eine gute Alternative für eine Bustour, weil wir ganz individuell auf die Wünsche der Mitfahrer eingehen können.“ Nicht nur Interessierte, die Hamburgs Sehenswürdigkeiten erleben wollen steigen in die Rikscha, auch manch einer, der es eilig hat, lässt sich schnell von Johannes zum Hauptbahnhof fahren. Gerade einmal 15 Euro kostet eine halbstündige Tour durch die Altstadt, bei der immer zwei Personen hinten im Taxi Platz finden. Das Fahrzeug kann der junge Selbstständige dann pro Tag mieten und seine Arbeitszeit selber einteilen.

Stadtrundfahrten

Ein optimaler Job für einen Studenten, der sich nebenbei auf Prüfungen und sein Leben als Familienvater vorbereiten muss, das in nur ein paar Wochen sein Leben verändern wird. Dass Johannes nach dem Abitur und Zivildienst etwas im Ausland machen wollte, am liebsten in Afrika oder Lateinamerika, das stand für ihn schon während der Schulzeit fest. Natürlich ahnte er damals noch nicht auch seine große Liebe dort zu treffen. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften brach sie zunächst ab und folgte Johannes nach Hamburg. Hier könnte sich Feveselam später einmal vorstellen vielleicht als Kinderkrankenschwester zu arbeiten, aber zunächst freuen sich beide auf die anstehende Geburt. Während der Stadtrundfahrten, bei denen Johannes Mentzel sich seine Tour selber zurechtlegen kann, erzählt er den Mitfahrern die Geschichten, die er auch selber wichtig findet. Jedem Fahrer ist dabei freigestellt, welche Sehenswürdigkeiten er in seine Route aufnimmt. Ein Abenteuer ist es in jedem Fall und viele interessante Gespräche entstehen noch ganz nebenbei wenn Johannes Mentzel startet. (kg)
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