Hamburg: City-Hochhäuser retten

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Architekturstudent Marco Alexander Hosemann will den City Hof vor dem Abriss retten Foto: Hanke

Architekturstudent gründet Initiative für Erhalt. Aktionstag am Sonnabend

Hamburg. Was wird aus dem City-Hof? Die Zukunft der vier umstrittenen Hochhäuser wird zurzeit kontrovers diskutiert (das Wochenblatt berichtete). Bis Februar 2015 können Investoren Gebote für den Kauf des Grundstücks abgeben. Hier residiert noch das Bezirksamt Mitte, das jedoch bald in das Gebäude des Springer-Verlages in der Caffamacherreihe umziehen will.
Wer den Zuschlag erhält, kann wählen: Abriss und Neubau oder Erhalt und Sanierung der vier ersten Hochhäuser Deutschlands. Die stehen zwar unter Denkmalschutz, darüber würde sich der Senat allerdings auch hinwegsetzen.

„Nicht bedenkenlos zerstören“

Das wiederum will Marco Alexander Hosemann nicht tatenlos hinnehmen. Kürzlich hat der Architekturstudent die Initiative City-Hof gegründet. Das Ziel: den Abriss verhindern. Seine Begründung: „Der City Hof ist ein Bestandteil des Kontorhausviertels zwischen Mönckebergstraße und Meßberg. Er ist typisch für das Bauen der 1950er Jahre. Wir sollten nicht dieselben Fehler machen wie manche Stadtplaner vor uns, die die Bauten der Generationen vor ihnen nicht schätzten und abrissen, wie zum Beispiel in den 1950er Jahren Gründerzeitbauten bedenkenlos zerstört wurden. Nachfolgende Generationen werden sich über einen Abriss des City-Hofs ärgern“, argumentiert der 29-jährige.

In der Vorbereitung auf Führungen durch den City-Hof hat sich Hosemann näher mit dem Ensemble beschäftigt und es schätzen gelernt. Die Führungen haben schon viele Menschen für die Gebäude begeistert. „Viele hielten den City-Hof vor der Führung für einen Schandfleck. Danach haben sie ihn als Denkmal eingestuft“, berichtet Hosemann.
Insbesondere die grauen Platten der Gebäude lassen sie als wenig attraktiv erscheinen. „Bis in die 1970er-Jahre waren die Fassaden weiß“, erzählt Hosemann. Die weißen LECA-Platten waren zur Zeit des Baus der Hochhäuser der letzte Schrei. Gutachter hielten sie in den 70er-Jahren nach Frostschäden für abgängig. Nun galten graue Eternitplatten als schick.
Hosemann hat prominente Unterstützer, darunter Lieselotte Klophaus (70), Tochter des City-Hof-Architekten Rudolf Klophaus und den Architekten Volkwin Marg. Hosemann kann sich 400 Wohnungen für Studierende und einen besseren Branchenmix in den Läden vorstellen. (ch)

City-Hof-Aktionstag: Sonnabend, 13. Dezember, HafenCity Universität, Überseeallee 16 (HOLCIM Auditorium). Ab 13 Uhr sprechen Volkwin Marg und andere. Anmeldung bis 11. Dezember unter info@city-hof.org
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