Hamburg: Emotionen per Zeichenstift

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Die Ausstellung „Comicleben – Comiclife“ im Museum für Kunst und Gewerbe zeigt Comic-Kunst in allen ihren Facetten Repro/Foto: Hörmann

„Comicleben – Comiclife“ im Museum für Kunst und Gewerbe

Hamburg. Es ist ein langer Weg, aber Philip Cassierer (32) hat es geschafft: Sein erstes Comic wurde dieses Jahr bei einem Hamburger Comicverlag veröffentlicht. In „Was kostet ein Yak?“ beschreibt Cassierer seine Reiseerlebnisse in Indien, Nepal und Bangladesch. Und damit nicht genug: jetzt hängen seine Zeichnungen auch noch im Museum. Die Bilder sind Teil der Ausstellung „Comicleben – Comiclife“ des Museums für Kunst und Gewerbe, die sich großen Zuschauerandranges erfreut.
Längst gilt der Comic als eigenständige Kunstform – und so ist es gar nicht so ungewöhnlich, dass die Verfasser der Bildgeschichten ihren Platz in den Museen einfordern und bekommen. Philip Cassierer hat seinen Traumberuf gefunden, auch wenn er nur vom Comiczeichnen allein noch nicht leben kann. „Mich reizt dabei, ein Regisseur im Wohnzimmer zu sein“, sagt Cassierer, „mit einfachen Mitteln kann ich wie beim Film eine Lichtstimmung erzeugen, die im Betrachter Emotionen auslöst, zum Beispiel Furcht oder Freude. Und das nur mit dem Zeichenstift.“ Etwas dramatischer hat es Cassierers berühmter Kollege Marko Djurdjevic ausgedrückt, sein Motto: „Draw or Die“ (Zeichne oder Stirb!). Der Deutsche mit serbischen Wurzeln wollte auf jeden Fall Comiczeichner werden, brachte sich die nötige Technik selbst bei und ging nach Amerika. Die Rechnung ging auf: Marvel, einer der beiden großen amerikanischen Comicverlage, engagierte den deutschen Autodidakten und Djurdjevic zeichnete mehr als 300 Cover für Superheldencomics. Die Cover sind die Aushängeschilder, dafür werden nur die besten Zeichner engagiert. In der Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe steht Marko Djurdjevic für die amerikanischen Superheldencomics wie Spiderman und Co. Kurator Dennis Conrad hat für die unterschiedlichen Facetten des Themas Comic jeweils eine Person herausgegriffen und sie über ihre Arbeiten und ergänzende Hintergrundinformationen porträtiert. So entsteht ein buntes Bild der Comic-Kunst ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber doch intensiv und informativ. „Der biografische Zugang erlaubt es uns, einen Bogen von historischen Vorbildern des Comics wie dem Bänkelsang über Hamburger Künstler und die Ausbildung zum Comic-zeichner bis hin zum Manga zu schlagen“, erklärt Conrad. (sh)

Bis 4. Mai, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro
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