Hamburg: Gedenktafel für Alfred Lichtwark

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Stifter Peter Hess und Dr. Petra Röttig enthüllten jetzt die dritte Künstler-Gedenktafel Ecke Am Feenteich / Karlstraße

Uhlenhorst: Private Spende zu Ehren des ersten Direktors der Kunsthalle

Uhlenhorst Vor 100 Jahren starb Alfred Lichtwark - jetzt erinnert eine Gedenktafel an den ersten Direktor der Hamburger Kunsthalle (1886-1914). Stifter der Emailletafel ist Peter Hess, der auch die Verlegungen der Stolpersteine in Hamburg organisiert. Zwei solcher Tafeln erinnern bereits in Harvestehude an Künstlerinnen. Diese dritte enthüllte Hess gemeinsam mit zwei Kunstwissenschaftlerinnen. Dr. Petra Röttig ist eine von zwei Leiterinnen der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle. Auch ihre Kollegin Dr. Ute Haug, zuständig für Provenienzforschung und das Archiv, war bei der kleinen Zeremonie Ecke Am Feenteich / Karlstraße dabei. Hier hatte Lichtwark von 1890 bis 1911 in einer Villa gelebt. Sie musste in den 1980er-Jahren einem klotzigen Neubau weichen.
Lichtwark war seit 1886 Direktor der 1869 eröffneten Hamburger Kunsthalle. Er baute deren Bestand vor allem durch Anschaffungen von Werken der deutschen Romantik und von zeitgenössischen Malern des ausgehenden 19. Jahrhunderts sowie durch mittelalterliche Werke von Meister Francke und Meister Bertram zu einem international anerkannten Kunstmuseum aus. Fast 25.000 Werke hat er angeschafft.
Er machte die Kunsthalle aber vor allem in der Stadt publik und „pädagogisch nutzbar“. Er förderte junge Künstler und vermittelte der Jugend die bildende Kunst. Lichtwark gilt als der Begründer der Museumspädagogik. 40 Künstler, auch ausländische, lud er ein, und versorgte sie mit Aufträgen. Und förderte so die moderne Kunst seiner Zeit.
Der in Reitbrook (Vier- und Marschlande) geborene Lichtwark kämpfte für seine Ideen und Visionen, prägte das kulturellle Leben Hamburgs und scheute sich nicht, mit der Stadt anzulegen. Das Wort „Freie und Abrißstadt“ münzte er auf den Abbruch des dicht besiedelten Grasbrookviertels zugunsten der heutigen Speicherstadt im Jahr 1888. Alfred Lichtwark starb am 13. Januar 1914 an Magenkrebs. (ch)
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