Hamburg hat Konfetti im Kopf und im Herzen

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Die Oldtimer-Parade ist seit drei Jahren fester Bestandteil der Konfetti-Parade Foto: Grell
Hamburg: Mönckebergstraße |

Parade durch die Innenstadt für mehr Toleranz für Demenzerkrankte

Von Karen Grell
Hamburg-City
Mit einem bunten Zug, begleitet von Musik, Clowns und vielen Transparenten, startete zum dritten Mal die „Konfetti-Parade“ in Hamburg. Die Kampagne soll Verständnis für das Krankheitsbild Demenz schaffen, Vorurteile abbauen und einen positiveren Umgang mit betroffenen Menschen initiieren (das Wochenblatt berichtete). Wie auch schon in den Vorjahren unterstützte als großer Sponsor und Partner das Unternehmen „Pflegen und Wohnen Hamburg“ diese Kampagne, dessen Geschäftsführer Thomas Flotow erklärte: „Als Folge des demografischen Wandels wird die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen weiter zunehmen. Wir wollen deshalb Vorurteile abbauen und zeigen, dass auch ein Leben mit Demenz lebenswert ist.“

Es kann jeden treffen

Pünktlich um 11 Uhr ging es mit knapp 500 Teilnehmern los, über die Mönckebergstraße weiter bis zum Rathaus. Mit vielen lustigen Kostümen, bunten Schirmen, Clowns-Nasen und dem angeschlossenen Oldtimer-Zug wurde die Aufmerksamkeit auf den Umzug gezogen. „Das ist eine absolut gute Sache. Es kann doch schließlich jeden von uns hier treffen“, meinte ein Teilnehmer der Parade, der eigentlich nur zum Einkaufen in die Stadt gekommen war. Menschen, die an Demenz erkranken, verlieren einen großen Teil ihres Kurzzeitgedächtnisses und leben oft in der Vergangenheit. Deshalb hat „Pflegen und Wohnen“ verschiedene Projekte im Programm, um das Leben der Betroffenen zu erleichtern, wie die Vorstellung einer perfekten Wohnungseinrichtung für Menschen mit Demenz, die erst kürzlich in Horn stattfand (das Wochenblatt berichtete). In vielen Stadtteilen Hamburgs gibt es heute schon Aufenthaltsmöglichkeiten für Betroffene, in denen viel über vergangene Zeiten gesprochen und durch gezielte Spiele und Übungen das Erinnerungsvermögen aktiviert wird. Ganz wichtig ist, sagte ein Angehöriger, dass die Menschen, die an Demenz erkrankt sind, das Gefühl bekommen, so akzeptiert zu sein, wie sie sind. (kg)

Weitere Infos: Konfetti im Kopf
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