Hamburg: Jetzt bröckelt drinnen der Putz

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St. Gertrud: Nach der Sanierung des Hauptturmes muss jetzt überlegt werden, wie mit dem bröckelnden Putz im Inneren umgegangen werden soll. Die Entscheidung soll noch in diesem Frühjahr fallen Fotos: Bobrich
 
Pastor Frie Bräsen: „Für jeden Riss, der saniert werden muss, werden wir rund 30.000 Euro in die Hand nehmen müssen“

St. Gertrud: nächste Sanierung in Sicht – Gottesdienst müsste verlegt werden

Von Melanie Bobrich
Hamburg. Nach abgeschlossener Sanierung des Hauptturms steht bei der Kirche St. Gertrud am Immenhof nun die nächste Instandsetzung an – und das eventuell mit weitreichenden Folgen. So ist in absehbarer Zeit eine Renovierung des Innenraums geplant. Der Grund: Der Putz, der in den sechziger Jahren auf die aufwändige Bemalung aufgebracht wurde, zeigt deutliche Risse. Vor allem im Gewölbe wird die Beseitigung laut Frie Bräsen eine kostspielige und zeitintensive Angelegenheit. „Für jeden Riss, der saniert werden muss, werden wir rund 30.000 Euro in die Hand nehmen müssen“, so der Pastor von St. Gertrud. Momentan befinde man sich in einer „bauplanerischen und logistischen Sondierungsphase“.
Nach dem Einholen verschiedener Gutachten werde die Entscheidung in diesem Frühjahr fallen, ob das Vorhaben 2015 umgesetzt wird. In der Kirche werde dann laut Bräsen ein Gesamtgerüst eingezogen, so dass alle Seitenwände sowie die Decke komplett saniert werden können. Dies beinhaltet unter anderem, dass der alte Putz entfernt und ein neuer aufgebracht wird, der möglichst wenig Verschleiß aufweist -  gleichzeitig aber über die Eigenschaft verfügt, die Akustik der Kirche nicht zu verfälschen. „Wir haben die Maßnahmen noch nicht publik gemacht, weil wir eine endgültige Entscheidung bislang nicht getroffen haben“, so der Pastor. Sicher sei allerdings, dass die Sanierung eine Schließung von etwa fünf bis sechs Monaten nach sich ziehe. Angedacht sei der Zeitraum von Januar bis August 2015. Auf andere Kirchen müssten die Gemeindemitglieder aber nicht ausweichen: „Wir überlegen, den sonntäglichen Gottesdienst dann an einem alternativen Ort im Gemeindegebiet stattfinden zu lassen“, so Bräsen.

Alternativer Ort gesucht

Momentan werden diesbezügliche Optionen geprüft, konkrete Gespräche seien aber noch nicht geführt worden. Denn die Platzkapazität muss für mindestens hundert Leute ausreichend sein, da sonntags zwischen 70 und 120 Besucher dem Gottesdienst beiwohnen. „Neben diesem regelmäßigen Gottesdienstplatz wollen wir auch kreative Wege gehen und ungewöhnliche Orte für große Ereignisse anbieten“, verspricht Bräsen. Auch darüber soll in den kommenden Monaten entschieden werden.
Die Kosten für die neuerliche Sanierung der Kirche, die in den Jahren 1882 bis 1885 erbaut wurde, könnten sich laut des Pastors auf rund 600.000 Euro summieren. Ob ein Teil davon wie bei der Turmsanierung vom Denkmalschutz kommt, wird gerade geprüft. Der Hauptanteil allerdings werde wohl über ein Darlehen finanziert werden, das über einen längeren Zeitraum zurückgezahlt wird. Für die Tilgung werde deshalb wohl auch der laufende Haushalt umstrukturiert werden müssen: Manche Dinge, die jetzt aus Mitteln des Haushaltes aufgebracht werden, sollen dann über Spenden finanziert werden, etwa die Jugendarbeit. Dies wisse man aber erst konkret, wenn die Höhe des Kredites beziehungsweise dessen Rückzahlungsmodalitäten feststehen. „Ich denke, im Mai liegt uns eine Entscheidung in Sachen Start der Sanierung vor. Denn dann wird der Kirchengemeinderat in seiner Sitzung über die weitere Vorgehensweise entscheiden“, so Bräsen.
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